Mo, 23.10.2017 | 19 Uhr | Lutherhaus

B-Five Recorder Consort

Virtuose Spielfreude, intimes Zusammenspiel und klangsinnliches Musizieren, verbunden mit durchdachter Programmgestaltung: Mit diesen Markenzeichen konnte sich B-Five auf zahlreichen europäischen Podien einen Namen machen. In seinen Konzerten präsentiert das Consort von der fingergroßen Sopraninoflöte bis zum mannshohen Großbassinstrument ein ganzes Arsenal von Blockflöten. Aus diesen so unterschiedlichen Instrumenten eine klangliche Einheit, ein Consort, zu formen, ist das Bestreben der fünf Musikerinnen und Musiker. Immer wieder wird ihr warmes und homogenes Klangbild gewürdigt, in dem unterschiedliche Farben und überraschende Effekte Platz finden.

Fünf herausragende Blockflötisten aus verschiedenen europäischen Ländern gründeten B-Five 2003 in Barcelona. Im Mittelpunkt der Programme steht das Consort-Repertoire der Renaissance. Um den klanglichen Eigenschaften der Originalkompositionen so nahe wie möglich zu kommen, musiziert das Ensemble auf Kopien von Instrumenten aus dem 16. Jahrhundert. Dabei verlässt sich B-Five nicht nur auf ein intensives Studium der historischen Aufführungspraxis und der kulturgeschichtlichen Zusammenhänge, sondern verbindet dieses mit einer lebendigen und spontanen Musizierweise.

Außerdem konzentriert sich das Ensemble auf den Aufbau und die Präsentation eines zeitgenössischen Repertoires für Blockflötenquintett, wovon die Zusammenarbeit mit verschiedenen renommierten Komponisten zeugt. In den Projekten mit neuen Kompositionen macht sich B-Five auf die Suche nach Wechselwirkungen und Bereicherungen zwischen Alter Musik, historischem Instrumentarium und zeitgenössischer Klangwelt.

2004 wurde das Consort Laureat der bekannten International Young Artist Presentation (IYAP) in Antwerpen. 2005 folgte eine Einladung zum Festival de Musica Antiga in Barcelona. Heute tritt B-Five auf renommierten Podien in ganz Europa auf, etwa beim Festival für Alte Musik »Fränkischer Sommer« in Nürnberg und beim MAfestival in Brügge. Die Debüt-CD »The Fruit of Love« wurde 2006 von der Fachpresse mit viel Lob aufgenommen. B-Five war an Produktionen für Radio Catalunya, den Bayerischen Rundfunk und das belgische Radio Klara beteiligt. 2011 erschien die CD »Geld Macht Musik«, 2014 »In Search of Dowland«. Für 2017 ist die Veröffentlichung von »William Byrd: Songs and Consort Music« bei Coviello Classics geplant.

Blockflötenconsort B-Five (c) Lieven Dirckx

Johannes Weiss

Als Sänger, Dirigent und Cembalist ist der Tenor Johannes Weiss der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts besonders verbunden. Neben internationalen Konzert- und Opernengagements arbeitet er regelmäßig als Solist mit dem französischen Barockensemble Akadêmia, kuratiert zusammen mit Heidi Gröger das Musikfest Eichstätt und unterrichtet Historische Aufführungspraxis an der Hochschule für Künste in Bremen sowie bei Kursen und in Meisterklassen. Durch sein Engagement als künstlerischer Leiter, Lehrer und Dirigent versucht Johannes Weiss, über das reine Musizieren hinaus musikalische Landschaften mitzugestalten. Sein erklärtes Ziel ist es, Menschen »mit der Lust auf Musik anzustecken«.

Bevor er sich dem Sologesang zuwandte, studierte Johannes Weiss Cembalo und Viola da Gamba. Mit beiden Instrumenten gewann er mehrere Kammermusik-Wettbewerbe, unter anderem in Neuburg/Donau, Den Haag, Frankfurt am Main und Berlin. Zeitgleich rückte das Singen stärker in seinen Fokus. Wichtige Impulse erhielt er durch das Studium bei Hedwig Fassbender, in Meisterkursen bei Christoph Prégardien, Ernst Häfliger, Guillemette Laurens und Thomas Heyer sowie als Ensemblemitglied des Atelier Lyrique an der Pariser Oper. Soloverträge banden ihn an die Oper Frankfurt, das Freie Landestheater Bayern, das Hessische Staatstheater Wiesbaden, die Opéra La Monnaie Brüssel, das Nationaltheater Prag, die Opéra National de Paris, das Opernhaus Danzig, die Opéra Monte Carlo und die Kammeroper Schloss Rheinsberg.