So, 27.10.2019 | 17 Uhr | Altes Rathaus

Emma Kirkby

Ursprünglich wäre Emma Kirkby niemals auf die Idee gekommen, Sängerin zu werden: Sie hatte Philologie in Oxford studiert und war Lehrerin, daneben sang sie in kleinen Chören und Ensembles. Hier entdeckte sie ihre Affinität zum Repertoire der Renaissance und des Barock. 1971 trat sie dem Taverner Choir bei und begann ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Consort of Musicke und der Academy of Acient Music. Mit renommierten Kammermusikensembles und Orchestern verbindet Emma Kirkby eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit, darunter London Baroque, das Freiburger Barockorchester, L'Orfeo, The Orchestra of the Age of Enlightenment, Fretwork, das Purcell Quartet und die London Handel Players.

Die Diskografie Emma Kirkbys umfasst mehr als 100 Einspielungen, die von Sequenzen von Hildegard von Bingen bis zu Madrigalen der englischen und der italienischen Renaissance, von barocken Kantaten und Oratorien bis zu Werken von Mozart und Haydn reichen. Seit 2000 arbeitet sie mit dem schwedischen Label BIS zusammen, bei dem sie etwa Motetten und Kantaten von Händel, Werke von Couperin mit London Baroque und Lautenlieder mit Anthony Rooley und Jakob Lindberg aufgenommen hat. 1999 wurde Emma Kirkby von den Zuhörern von Classic FM zum »Artist of the Year« gewählt, 2000 erhielt sie den »Order of the British Empire«. 2007 wurde sie von Queen Elisabeth II. in den Ritterstand (»Dame Commander of the Order of the British Empire«) erhoben. Im Jahr darauf wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Oxford University verliehen. In einer Kritikerumfrage des BBC Music Magazine 2007 wurde sie auf Platz 10 der 20 besten Soprane gewählt.

Jakob Lindberg

Der Schwede Jakob Lindberg entdeckte seine Leidenschaft für die Musik über die Beatles, erlernte das Gitarrespiel und interessierte sich bald auch für das klassische Repertoire des Instruments. Nach dem Musikstudium an der Universität Stockholm wechselte er an das Royal College of Music in London. Hier vertiefte er seine Kenntnisse des Lauten-Repertoires und entschloss sich zur Spezialisierung auf den Bereich der Renaissance- und Barockmusik. Mittlerweile gehört er auf diesem Gebiet zu den renommiertesten Interpreten weltweit. In seiner beim Label BIS erschienenen Diskografie finden sich zahlreiche Ersteinspielungen: So machte er die schottische Lautenmusik einem breiteren Publikum bekannt, eröffnete ihm die Schönheiten des italienischen Repertoires für den Chitarrone und widmete sich der Kammermusik von Antonio Vivaldi, Joseph Haydn und Luigi Boccherini auf authentischem Instrumentarium. Als erster Lautenist spielte Jakob Lindberg das Gesamtwerk für Solo-Laute von John Dowland ein. Seine Aufnahme der Werke für Laute solo von Johann Sebastian Bach wird als eine der bedeutendsten Interpretationen gehandelt.

Auch als Continuo-Spieler auf Theorbe und Erzlaute ist Jakob Lindberg gefragt und arbeitete mit Ensembles wie The English Concert, Purcell Quartett, Monteverdi Choir, Orchestra of the Age of Enlightenment und Academy of Ancient Music zusammen. Daneben tritt er häufig mit Sängerinnen und Sängern auf, darunter Emma Kirkby, Anne Sofie von Otter, Nigel Rogers und Ian Partridge. Sein Ruf als einer der besten Lautenisten der Welt gründet sich vor allem auf seine Solo-Auftritte; er gab Rezitals in Europa, Japan, Mexiko, Russland, Australien, Kanada und den USA. Jakob Lindberg unterrichtet seit 1979 am Royal College of Music in London.

Emma Kirkby, Jakob Lindberg (c) Allan Watson