Di, 27.10.2020 | 19 Uhr | Lutherhaus

Musik & Texte

Dr. Stefan Rhein - Lesung / Thomas Höhne - Renaissancelaute

 

»Melanchthons Träume«

Philipp Melanchthon war vieles: Altphilologe, Philosoph, Astrologe, Humanist, Theologe, Dichter. Der engste Freund und Weggefährte Martin Luthers. Der »Lehrer Deutschlands«. Und: Philipp Melanchthon war ein Träumer – nicht nur, weil er seinen Lebenstraum, Reformation mit humanistischer Bildung zu verbinden, mit bewundernswerter Konsequenz verfolgte. Auch er selbst träumte oft und intensiv, achtete auf die Botschaft der Träume und beschäftigte sich mit Traumtheorien; in Wittenberg galt er als Traumspezialist. Im Vorwort zur lateinischen Übersetzung der Traumbücher von Artemidor von Daldis, eines bedeutenden Traumdeuters und Wahrsagers aus dem zweiten Jahrhundert, beschäftigte sich Philipp Melanchthon mit der im 16. Jahrhundert aufgekommenen Typenlehre der Träume und ihres Ursprungs in diversen Körpersäften. Danach unterschied Melanchthon vier Traumarten: Choleriker beispielsweise begegneten in ihren Träumen »großen Brünsten«, Melancholiker träumten von »dunklen Orten und Einöden«.

Wer mehr wissen möchte über die Träume und Traumerklärungen Philipp Melanchthons, sollte diesen Festivalabend mit Dr. Stefan Rhein nicht verpassen. Anhand originaler Texte vermittelt der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt spannende und poetische Einblicke in eine meist übersehene Seite des Humanisten und Reformators. Für musikalische Träumereien in authentischem Ambiente sorgt Thomas Höhne an der Renaissancelaute.

 

Melanchthonhaus (c) Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt