Mi, 31.10.2018 | 17 Uhr | Katholische Kirche

Konzert

Jan Kobow

»O gütiger Herr Jesu Christe«

Geistliche Abendmusik

Ein Abschlusskonzert, wie es beim Wittenberger Renaissance Musikfestival noch keines gab: Der Tenor Jan Kobow, eine gestandene Sängerpersönlichkeit – nicht nur – in der Alte-Musik-Szene, gibt sein Debüt in Wittenberg – justament am Reformationstag und ausgerechnet in der Katholischen Kirche der Lutherstadt. Jan Kobows Werk und Wirken passt in keine Schublade. Schon in der Schule fiel er aus der Rolle, initiierte die Gründung einer Theatergruppe, für die er zusammen mit einem Freund ein Musical komponierte. In den Hauptrollen traten er selbst und Roger Cicero auf – mit großem Erfolg, wie sich denken lässt. Vor der Gesangskarriere, die ihm so nebenbei »passiert« sei, absolvierte er ein Orgelstudium an der Schola Cantorum in Paris, studierte er in Hannover Kirchenmusik. Seine vielfältigen Talente und Fähigkeiten, sein Wissen über Musik spiegeln sich nicht allein in Jan Kobows Konzertkarriere als Lied-, Oratorien- und Opernsänger sowie in seiner Diskografie wider. In seinem Wohnort Schloss Seehaus in Mittelfranken veranstaltet er eine kleine Konzertreihe, in deren Rahmen er auch als Dozent bei Meisterkursen wirkt.

Mit einer stimmungsvollen »Geistlichen Abendmusik« führt Jan Kobow das Konzertgeschehen zum Schwerpunktthema der diesjährigen Wittenberger Renaissance Musikfestivals zurück: der Dreißigjährige Krieg im Spiegel der Musik, die zur damaligen Zeit entstand. Heinrich Schütz schrieb seine »Kleinen Geistlichen Konzerte« inmitten der ärgsten Kriegswirren für kleinste Besetzungen – eine intime Musik zur häuslichen Andacht, um dem zweifelnden Menschen Trost und seiner wunden Seele Hoffnung zu spenden. »O Jesu, nomen dulce«, »O süßer, o freundlicher, o gütiger Herr Jesu Christe«, »O misericordissime Jesu«: Allein aus den Titeln spricht die Sehnsucht nach Frieden, Wärme und Nähe. Begleitet wird Jan Kobow von zwei Musikern der Wittenberger Hofkapelle: Torsten Übelhör an der Truhenorgel und Thomas Höhne an der Erzlaute.

Biografie | Jan Kobow

Eintritt frei. Um eine Spende wird gebeten.

 

Jan Kobow © Bernd Bodtländer