Di, 31.10.2017 | 15 & 17 Uhr | Katholische Kirche

Lorenz Duftschmid

Geboren im oberösterreichischen Linz, erhielt Lorenz Duftschmid seine erste musikalische Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität und am Musikgymnasium seiner Heimatstadt, wo er auch die Ensembles für Alte Musik Ars Antiqua und Consortium Musicum gründete. Dieser Zeit entstammen intensive Kontakte zu Persönlichkeiten wie August Wenzinger, Wieland Kuijken, Charles Medlam, Gustav Leonhard, Ferdinando Luigi Tagliavini und Josef Mertin, die bei Meisterkursen und in gemeinsamen Projekten entstanden. An der Schola Cantorum in Basel absolvierte Lorenz Duftschmid das Konzertstudium in der Gambenklasse von Jordi Savall. Seitdem bereist er als Solist mit erstrangigen Ensembles und Dirigenten die Welt. Lorenz Duftschmid stand mit Musikern wie Ton Koopman, Claudio Abbado, den Wiener Symphonikern, den Berliner Philharmonikern und Sir John Eliott Gardiner auf der Bühne. Mehr als 90 CD-Einspielungen, viele mit internationalen Preisen gekrönt, dokumentieren die Arbeiten des Künstlers. Nach einer Gastprofessur an der Kunstuniversität Graz ist Lorenz Duftschmid seit 2003 Professor für Viola da Gamba an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, Deutschland. Dort ist er auch Leiter des Instituts für Alte Musik. Er gilt als gefeierter Gambenvirtuose, passionierter Forscher in Sachen Musik und ist als Ensembleleiter und Dirigent gefragt.

Vorwiegend als Solist und Dirigent tritt er heute mit seinen Ensembles Armonico Tributo, mit den Johann Joseph Fux-Madrigalisten und AnLeuT auf. Lorenz Duftschmid ist in den wichtigen Konzertsälen der Welt zu Gast. So konzertierte er beispielsweise in Peking, Hongkong, New York, Boston, im Wiener Konzerthaus und im Wiener Musikverein, beim Bachfest in Leipzig, in London, Paris, Rom und Amsterdam.

Zahlreiche Musikfestivals wie die Internationalen Wochen der Alten Musik in Krieglach, die Internationalen Kammermusiktage in Raumberg, die Ateliers für Alte Musik in Montepulciano, Trossingen und Aflenz, Musiqua Antiqua in Wien und die Konzertreihe „baroque muerz“ in Mürzzuschlag wurden durch die musikalische Leitung von Lorenz Duftschmid geprägt.

Lorenz Duftschmid musiziert auf originalen Instrumenten von Gasparo da Salo (ca. 1580), Jakobus Stainer (Absam, Tirol, 1679), Nicolas Bertrand (Paris, 1699) und Antony Stephan Posch (Wien, 1717).

Lorenz Duftschmid (c) privat

Rolf Lislevand

Der norwegische Lautenist und Gitarrist Rolf Lislevand studierte zunächst klassische Gitarre an der staatlichen Musikhochschule in Oslo und setzte seine Studien der historischen Aufführungspraxis, der Laute, der fünfchörigen Barockgitarre und der Theorbe an der Schola Cantorum Basiliensis fort. Lislevand ließ sich in Verona nieder und gründete dort das Ensemble Kapsberger. Seine erste CD-Aufnahme mit Musik von Johann Hieronymus Kapsberger brachte ihm in Frankreich 1994 den »Diapason d'or« und den »Choc du Monde de la Musique« ein. Als weitere Einspielungen folgten »Encuentro« mit Werken von Gaspar Sanz und Antonio de Santa Cruz, »Santiago De Murcia Codex« und »Alfabeto«. Lislevand arbeitet regelmäßig mit verschiedenen Ensembles für Alte Musik, darunter Jordi Savall und dessen Hespèrion XXI sowie Le Concert des Nations, zusammen. Dabei konnte er sich aus erster Hand Kenntnisse der französischen Literatur des 17. Jahrhunderts für Viola da Gamba aneignen. Die auf die Alte Musik Spaniens spezialisierte Sopranistin Montserrat Figueras brachte ihm die spanische Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts näher.

Inzwischen gilt Lislevand als einer der bekanntesten Interpreten für spanische Renaissancemusik und Musik des ausgehenden Mittelalters, auch auf der Vihuela. Mit eigenen Formationen ist Lislevand ständiger Gast bei internationalen Festspielen, beispielsweise beim Edinburgh Festival, beim Festival Musica Antiqua Brügge, beim Barcelona Festival oder beim Festival Oude Muziek in Utrecht. Er gibt europaweit Meisterklassen und unterrichtet bei Sommerkursen. 1993 erhielt Rolf Lislevand einen Lehrauftrag für Laute und historische Aufführungspraxis an der Hochschule für Musik Trossingen. Zu seinen dortigen Schülern gehörten mit Maria Ferré und Mirko Arnone zwei spätere Mitglieder des Kammermusikensembles L’Art du Bois.

Rolf Lislevand (c) Thomas Ebert