Sa, 28.10.2017 | 10-18 Uhr
 

Historischer Tanz für Fortgeschrittene | Mareike Greb

Für interessierte Laien mit Tanzerfahrung und Fortgeschrittene im historischen Tanzen.

 

Nachdem im vorigen Jahr die Tänze des »Gresley-Manuskript« so wohlwollend aufgenommen wurden, steht diese Sammlung aus der Zeit um 1500 auch beim diesjährigen Tanzworkshop mit Mareike Greb im Mittelpunkt. Da weitere Tänze aus diesem Buch vorgestellt und erarbeitet werden, kann der Kurs als Fortsetzung verstanden werden. Tanzbegeisterte Neueinsteiger sind selbstverständlich willkommen!

Im »Gresley-Manuskript« sind neben den Tänzen auch Gebete und Traktate zur Physiognomie und zur Chiromantie, zur Handlesekunst, enthalten. Verfasst wurde es von John Banys, einem Mitglied der Familie Gresley of Drakelow. Das Manuskript enthält als einzige von insgesamt nur drei Quellen zum englischen Tanz aus der Zeit um das Ende des 15. und den Anfang des 16. Jahrhunderts auch Choreografien und Melodien. So sind im »Gresley-Manuskript« 26 Choreographien überliefert und 13 Melodien, wovon acht – dank der Übereinstimmung des Namens – eindeutig zuzuordnen sind.

Der Kurs bietet einen Einblick in die höfische Tanzkunst der Renaissance und richtet sich an interessierte Laien mit guter Tanzerfahrung und Fortschreitende im historischen Tanzen. Die Tänze des abendlichen Balls dienen hier nur der Auflockerung und Entspannung. Alle Schritte und Figuren der Gassentänze werden als Grundkenntnisse vorausgesetzt.

Kosten: 35,00 €

Informationen zu Ablauf und Anmeldung hier

Biografie Mareike Greb

Mareike Greb ist Tänzerin, Musikerin und Schauspielerin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Historischen Aufführungspraxis. Nach einer Ballettausbildung begann sie sich bereits mit 16 Jahren der historischen Tanzkunst zu widmen und lernte neben ihrer Mitgliedschaft im Ensemble Tourdion (Saarland) bei Lieven Baert, Véronique Daniels, Markus Lehner, Barbara Sparti, Kaj Sylegard und Béatrice Massin. In ihrem Studium der Theaterwissenschaften, Musikwissenschaften und Komparatistik an der Universität Leipzig beschäftigte sie sich außerdem auch in wissenschaftlicher Hinsicht intensiv mit den Tänzen und dem Theater des Mittelalters, der Renaissance und des Frühbarocks. 2008 veröffentlichte sie eine Arbeit zur Anthropologie der Gaillarde. Mareike Greb leitet mehrere Ensembles, darunter die Erfurter Tanzgilde und die Torgauer Renaissancetänzer. Des Weiteren war sie Leiterin der Abteilung Musiktheater an der Musikschule Merzig. Solistisch und in verschiedenen Besetzungen, so mit den Ensembles La Moresca, The Playfords, Les Matelots oder all’improvviso, ist sie national und international gefragt.

Die Arbeiten und Rekonstruktionen von Mareike Greb weisen neben dem exakten wissenschaftlichen Hintergrund auch eine besondere Achtsamkeit in der Vermittlung von historischen Tänzen an ein modernes Publikum auf. Die wissenschaftliche Kenntnis verbindet sich mit der intensiven Bühnenpraxis zu einem lebendigen Bild der Renaissance.

Mareike Greb, Tanzmeisterin
Mareike Greb (c) Frieder Krenzlin