Fr, 20.10.2017 | 19 Uhr | Schlosskirche
Mo, 30.10.2017 | 22 Uhr | Lutherhaus
 

Wittenberger Hofkapelle

Der Lautenist Thomas Höhne und die Gambistin Gesine Friedrich gründeten 2002 die Wittenberger Hofkapelle mit dem Ziel, die Musiktraditionen des 15. bis 17. Jahrhunderts wiederzubeleben und zu pflegen. Ganz dem Bestreben verpflichtet, das Repertoire der Wittenberger Hofkapelle des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen (1463 bis 1525) aufzuführen, greifen die Musiker auf die handschriftlich fixierten Notationen der einstigen Wittenberger Hofkapelle zurück, die in der Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek aufbewahrt werden. Diese Noten geben einen detaillierten Einblick in die vorreformatorische Musik bis zur Wirkungszeit Martin Luthers.

Friedrich der Weise zu Torgau/Wittenberg erlangte besondere Bedeutung als Förderer der Kunst und Wissenschaft; so gründete er 1502 die Universität Wittenberg, die nur wenige Jahre später der Austragungsort und das geistige Zentrum der Reformation wurde. Daneben unterhielt er auch eine Hofkapelle, die große Anerkennung erfuhr.

Der heutigen Wittenberger Hofkapelle dienen als Basis für ihre Aufführungen aber nicht nur die handschriftlichen Noten, sondern auch Wittenberger Drucke sowie musiktheoretische Abhandlungen von Martin Agricola (1529) und Hermann Finck (1566), die die Annäherung an einen möglichst authentischen Klang unterstützen sollen. Darüber hinaus führt das Ensemble frühbarocke Werke unbekannter und bekannter Meister wie Heinrich Schütz und Claudio Monteverdi auf.

Seit 2006 richtet die Wittenberger Hofkapelle das jährliche Wittenberger Renaissance Musikfestival aus, das in diesem Jahr zum zwölften Mal stattfindet. Pünktlich zum 500. Reformationsjubiläum 2017 legte das Ensemble die CD-Einspielung »Ein feste Burg ist unser Gott« mit geistlichen Liedern der Reformationszeit vor.

 

Wittenberger Hofkapelle (c) Nils Bröer