»Auf der süßen Harfe«
Renaissancemusik für Harfe und Psalter | Ensemble 33zwo
Fr, 29.10.2021 - 19:00 Uhr

Auf dem bekannten Bild »Die Gesandten« des dereinst in London tätigen Hofmalers Hans Holbein ist ein aufgeschlagenes Stimmbuch abgebildet: das 1525 von Johann Walter herausgegebene »Geystliche gesangk buchlein« mit dem Lutherchoral »Kom heilger geyst«. Kein Wunder, denn die Musik war nicht zuletzt aufgrund ihrer Bedeutung in der von Luther angestoßenen Reformation ein Teil des gesamten abendländischen Kulturkreises. Mit Karl V. hatte sich das Reich der Habsburger nach Spanien ausgedehnt, und auch nach Italien bestanden seit jeher vitale politische, wirtschaftliche und kulturelle Bande. Entsprechend dieser durchaus europäischen Dimension der Musik zu Beginn des 16. Jahrhunderts haben die beiden Instrumentalistinnen des Ensemble 33zwo aus der großen Palette von per Notendruck überlieferten Titeln jene Stücke ausgewählt, die den wechselseitigen Austausch von Musik und Musikern über die Grenzen hinweg abbilden und doch die Gemeinsamkeiten eines einheitlichen Stils erkennen lassen. Als markantes Exempel beliebter Melodien stellen Johanna und Elisabeth Seitz die weitverbreitete Bassa danza »La Spagna« vor, die beispielsweise Heinrich Isaac, Francisco de la Torre oder Francesco da Milano zu Bearbeitungen inspirierte. Namensgebend für das Konzertprogramm sind von Loys Bourgeois, Nicolas Vallet und anderen adaptierte Psalmvertonungen, in denen die lieblichen Klänge von Psalter und Harfe besungen werden: »Sur la douce harpe«, gespielt »Auf der süßen Harfe« – aber nicht nur.

20 Euro, ermäßigt 15 Euro
Ensemble 33zwo

Die Schwestern Elisabeth und Johanna Seitz gehören zu den international gefragtesten Musikerinnen auf ihren Instrumenten: Salterio und historische Harfen. Als Duo 33zwo wurden sie in die Organisation »Yehudi Menuhin Live Music Now« aufgenommen und waren auf vielen europäischen Festivals wie beim World Harp Congress in Genf, beim Flandern Festival, beim 100 Snaren-Festival in Belgien und beim European Harp Festival in Amsterdam zu Gast. Das Duo 33zwo realisiert regelmäßig größere Projekte mit Sängern, Tänzern und Schauspielern. Mehrere zeitgenössische Kompositionen wurden den Schwestern gewidmet.

Elisabeth Seitz – Hackbrett

Elisabeth Seitz studierte Hackbrett und Alte Musik in Linz, München und Den Haag. Sie prägte das französische Ensemble L´Arpeggiata mit und trug dazu bei, das Hackbrett in der europäischen Kunstmusik zu verwurzeln. Mit Künstlern wie Christina Pluhar, Christian Zincke und Philippe Pierlot gab sie zahlreiche Konzerte und spielte CD- und Rundfunkaufnahmen in den Sparten Alte Musik, Neue Musik und Weltmusik ein. Elisabeth Seitz gastierte in vielen Ländern Europas, im Nahen Osten, in Asien, Amerika und Afrika. Von 2006 bis 2009 unterrichtete sie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz.

Johanna Seitz – Doppelharfe

Johanna Seitz studierte Konzertharfe in Wuppertal und Essen sowie Barockharfe in Den Haag und Mailand. Ihre Leidenschaft gilt dem Spiel und der Erforschung historischer Harfen sowie der Suche nach originalen Harfenkompositionen. Ein zweiter Schwerpunkt ihres Schaffens sind Projekte mit Schauspiel, Tanz und Improvisation. Als Continuo-Spielerin und Solistin ist Johanna Seitz auf vielen Festivals in Europa, im Mittleren Osten, in Asien und Afrika zu Gast. Neben ihrer Mitwirkung in verschiedenen kammermusikalischen Kleinbesetzungen spielt sie auch in größeren Ensembles wie Concerto Köln, Echo du Danube, Musica Fiata und Collegium 1704 sowie an verschiedenen Opernhäusern Europas. Bei der Edition Walhall ist sie Herausgeberin einer Harfenmusikreihe. Johanna Seitz besorgte die Ersteinspielungen wiederentdeckter Harfenkonzerte von Georg Christoph Wagenseil und Johann Wilhelm Hertel. Sie unterrichtete an der Musikhochschule in München und gab Kurse am Mozarteum in Salzburg sowie an den Musikhochschulen in Katowice und Nürnberg.

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