Ballgeflüster mit Barbara Cranach und Katharina von Bora
Die Nacht davor | Wittenberger Hofkapelle | Silke Wallstein & Barbara Fressner – Schauspiel
So, 30.10.2022 - 20:00 Uhr

Wittenberg, 1524: Die entlaufene Nonne Katharina von Bora muss endlich unter die Haube und an den Mann gebracht werden, da sie seit ihrer Flucht aus Grimma den Cranachs auf der Tasche liegt. Von einem Fest des Fürsten verspricht sich Barbara, die Gattin des Malermeisters, viel! Aber wie soll das Mädchen sich schmücken? Was darf sie tragen und sagen? Welche Tänze muss sie beherrschen, um wünschenswerte Kandidaten für sich einzunehmen? Und was ist mit Luther, der sie mit seinen Thesen aus dem Kloster buchstäblich herausgeschrieben hat – und der für sich selbst nun partout keine Heirat will? Zwischen den Frauen entspinnt sich ein nachdenklich-heiteres Spiel, das von der Musik der Zeit grundiert wird. Ein vertrauliches Geplänkel vor dem Hintergrund künftiger Weltgeschichte, dargeboten von professionellen Schauspielerinnen: Barbara Fressner als Katharina von Bora und Silke Wallstein als Barbara Cranach treten gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern der Wittenberger Hofkapelle in Aktion!

Ticketpreis 35 Euro/ermäßigt 30 Euro


Wittenberger Hofkapelle

Seit 2006 richtet die Wittenberger Hofkapelle das jährliche Wittenberger Renaissance Musikfestival aus. Der Lautenist Thomas Höhne und die Gambistin Gesine Friedrich gründeten das Ensemble 2002 mit dem Ziel, die Musiktraditionen des 15. bis 17. Jahrhunderts zu pflegen. Ganz dem Bestreben verpflichtet, das Repertoire der Wittenberger Hofkapelle des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen (1463 bis 1525) wiederzubeleben, greifen die Musikerinnen und Musiker auf die handschriftlich fixierten Notationen der einstigen Wittenberger Hofkapelle zurück, die in der Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek aufbewahrt werden. Diese Noten geben einen detaillierten Einblick in die vorreformatorische Musik bis zur Wirkungszeit Martin Luthers. Auch die Wittenberger Drucke und musiktheoretische Abhandlungen von Martin Agricola (1529) und Hermann Finck (1566) dienen dem Ensemble bei der Annäherung an einen möglichst authentischen Klang. Darüber hinaus führt die Hofkapelle, die sich seit ihrer Gründung als wandelbarer und flexibler Klangkörper behauptet, auch Werke frühbarocker Meister wie Heinrich Schütz und Claudio Monteverdi auf und tritt mit szenischen Projekten in Erscheinung. Zum 500. Reformationsjubiläum 2017 erschien die CD »Ein feste Burg ist unser Gott« mit geistlichen Liedern der Reformationszeit. 

Silke Wallstein

Silke Wallstein ist Diplom-Schauspielerin, Regisseurin und ausgebildete Pädagogin. Sie war viele Jahre im Schauspielensemble des Anhaltischen Theaters Dessau tätig. Sie sang u.a. die Audrey in „Little Shop of Horror“ und Frau Rottenmeier in „Heidi“, spielte die Amme in „Romeo und Julia“ , und die Margarethe in „ Viel Lärm um Nichts”. In Wittenberg war sie als Isabella von Kastilien und Fuggerin in „Weltzeit Wittenberg“, als Mutter Krapp in „Jagd auf Junker Jörg“ und als Ottilie von Gersen in “Gottes Narr und Teufels Weib” zu erleben.

Als künstlerische Leiterin der kiez-Bühne Dessau, als Regisseurin und Produzentin initiierte sie vielbeachtete Schauspiel- und Musiktheaterprojekte. Als Theaterpädagogin BuT® entwickelt sie Workshopformate an der Schnittstelle von Schauspiel, Bewegung, Musik und Gestaltung und leitete Theatergruppen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stiftung Bauhaus Dessau konzipierte sie künstlerische Vermittlungsangebote im Kontext Bauhausbühne, Bauhauspädagogik und Schule. Silke Wallstein arbeitet als Museumspädagogin bei der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, als Referentin in der Lehrer- und Erzieherfortbildung, engagiert sich im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater (BAG), ist Mitglied im Rat für Darstellende Kunst und Tanz, Fachbeirat Kulturelle Bildung und übernimmt regelmäßig beratende Tätigkeiten sowie Jurytätigkeiten im Kontext Theater und Vermittlung.

Barbara Fressner

Barbara Fressner, geboren 1986 in Österreich, absolvierte ihr Schauspielstudium an der MuK in Wien und debutierte dort am Theater in der Josefstadt. Nach dem Studium zog sie nach Berlin. Es folgten Engagements in Halberstadt, Dessau, Stendal, Naumburg, Potsdam und Paderborn sowie freie Produktionen in Berlin.

In Wittenberg war Barbara Fressner erstmals 2016 in David Ortmanns Inszenierung „Martin ante Portas“, eine Komödie von Andreas Hillger zu sehen.

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