Cupid & Psyche
Eine musikalische Liebesgeschichte mit Happy End | Emma Kirkby – Gesang | Hille Perl – Viola da Gamba | Gambenconsort
So, 18.09.2022 - 17:00 Uhr

Im Jahr 170 nach Christus schreibt der Dichter Apuleius das angeblich schönste Märchen der Welt auf: »Amor & Psyche«, eine der ganz großen Liebesgeschichten der Antike – und sogar mit Happy End! Sie handelt von der Liebesbeziehung zwischen der sterblichen Königstochter Psyche und einem Gott – Amor, auch Cupido genannt. Es geht um die ganz großen Themen der Menschheit: Liebe und Eros, Himmel und Erde, die Vergänglichkeit des Lebens und wie man unsterblich wird. Noch dazu muss eine Heldin ihr Können beweisen, indem sie von den Toten zurückkommt.

Dieser uralte Mythos basiert auf noch viel älteren Märchen aus Europa und Asien und wird seit Jahrtausenden nach allen Regeln der Kunst weiterverarbeitet – in der Literatur, in der bildenden und der darstellenden Kunst und natürlich in der Musik. Auf den britischen Inseln beschäftigte sich nicht nur William Shakespeare mit dem Stoff, sondern auch die Komponisten um ihn herum: Thomas Ford, John Dowland, William Byrd, Alfonso Ferrabosco und Tobias Hume.

Zu zwei berufenen Expertinnen der Alten Musik, Emma Kirkby und Hille Perl, gesellen sich an diesem Konzertnachmittag Schülerinnen und Schüler im Gambenconsort – Vielfalt und Klangfarbenreichtum sind garantiert!

Ticketpreis 30 Euro/ermäßigt 25 Euro
Emma Kirkby
Gesang

Ursprünglich wäre Emma Kirkby niemals auf die Idee gekommen, Sängerin zu werden: Sie hatte Philologie in Oxford studiert und war Lehrerin, daneben sang sie in kleinen Chören und Ensembles. Hier entdeckte sie ihre Affinität zum Repertoire der Renaissance und des Barock. 1971 trat sie dem Taverner Choir bei und begann ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Consort of Musicke und der Academy of Acient Music. Mit renommierten Kammermusikensembles und Orchestern verbindet Emma Kirkby eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit, darunter London Baroque, das Freiburger Barockorchester, L'Orfeo, The Orchestra of the Age of Enlightenment, Fretwork, das Purcell Quartet und die London Handel Players. Die Diskografie Emma Kirkbys umfasst mehr als 100 Einspielungen, die von Sequenzen von Hildegard von Bingen bis zu Madrigalen der englischen und der italienischen Renaissance, von barocken Kantaten und Oratorien bis zu Werken von Mozart und Haydn reichen. Seit 2000 arbeitet sie mit dem schwedischen Label BIS zusammen, bei dem sie etwa Motetten und Kantaten von Händel, Werke von Couperin mit London Baroque und Lautenlieder mit Anthony Rooley und Jakob Lindberg aufgenommen hat. 1999 wurde Emma Kirkby von den Zuhörern von Classic FM zum »Artist of the Year« gewählt, 2000 erhielt sie den »Order of the British Empire«. 2007 wurde sie von Queen Elisabeth II. in den Ritterstand (»Dame Commander of the Order of the British Empire«) erhoben. Im Jahr darauf wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Oxford University verliehen. In einer Kritikerumfrage des BBC Music Magazine 2007 wurde sie auf Platz 10 der 20 besten Soprane gewählt.

Hille Perl

Die Gambistin Hille Perl musiziert, solange sie sich erinnern kann. Musik ist für sie das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Menschen: präziser und intensiver als die Sprache und von außerordentlicher emotionaler Bedeutung. Als Solistin und Duopartnerin des Lautenisten und Komponisten Lee Santana gibt sie weltweit Konzerte, ebenso mit ihrer Gruppe Los Otros, mit dem Gambenensemble Sirius Viols, dem Freiburger Barockorchester und mit ihrer Tochter Marthe Perl. Eine umfangreiche Diskografie dokumentiert ihr Schaffen.

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, Ausflüge in die Welt des Jazz oder der Rockmusik sowie in die Musiksprache des 20. und 21. Jahrhunderts sind nicht ausgeschlossen. Auch dem Musikschaffen in der Türkei, in arabischen Ländern und der Klezmermusik gilt Hille Perls Interesse. Auf der CD »Born to be mild« experimentieren sie und Marthe Perl mit den Möglichkeiten elektronisch verstärkter Musik und überschreiten dabei die Grenzen zwischen mittelalterlicher Musik und Jazz. Ebenfalls mit Marthe Perl spielte sie die CD »Elements« ein, die sich mit dem Zusammenwirken der vier Elemente befasst.

Regelmäßig beschäftigt sich Hille Perl mit Kompositionen Johann Sebastian Bachs. Insbesondere die Gambenarien der Passionen hat sie intensiv studiert und mit namhaften Orchestern und Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Ton Koopman, Thomas Hengelbrock, Helmuth Rilling und Masaaki Suzuki aufgeführt. Hille Perl ist Professorin an der Hochschule für Künste in Bremen. Hier bringt sie ihren Studierenden alles nahe, was sie über die Musik und das Gambenspiel weiß. Ihre Freizeit verbringt sie auf ihrem Bauernhof in Norddeutschland mit zahlreichen Tieren, einem kleinen Stück Wald und einem Gemüsegarten.

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