Der Scharlatan – Il Ciarlatano
Barockoper von Giovanni Battista Pergolesi | Grazer Barockensemble Ārt House 17
Fr, 16.09.2022 - 19:00 Uhr

Ein heiteres Meisterwerk des Barock! Als der berühmte italienische Opernkomponist Giovanni Battista Pergolesi am 25. Oktober 1734 im Teatro San Bartolomeo in Neapel seine große Oper »Adriano in Siria« zur Uraufführung brachte, war das ernste Stück ein rechter Misserfolg. Allerdings hatte der Komponist, so wie es damals Tradition war, für die Pausen der Aufführung eine weitere, kleine lustige Oper geschrieben – ein Intermezzo, ein Zwischenspiel. Und genau das wurde zum Triumph! Alle Welt redete nur noch von »Der listigen Bäuerin« und nicht von der großen Oper drum herum. Quer durch Europa reisten die Opernkompagnien mit dem Meisterwerk, das immer neue Titel bekam und sich schlussendlich als »Il Ciarlatano« behauptete: »Der Scharlatan«.

Kein Wunder, denn Pergolesi gelang etwas ganz Besonderes. Auf der Opernbühne tummelten sich plötzlich nicht mehr Helden und Heroen, all die Figuren aus den antiken Sagen und der Weltgeschichte, sondern einfache Leute, über die man sich bisher trefflich lustig gemacht hatte. Aber hier: Livietta, das Mädchen vom Lande in der Hauptrolle, ist sympathisch, klug und geschickt. Ihr gelingt es, den gerissenen Gauner Tracollo dingfest zu machen. Dass sich beide schließlich verlieben und zueinanderfinden, ist die letzte, herrliche Pointe der kleinen Oper... Pergolesi verband in »Il Ciarlatano« hohe Kunst mit Spaß, Hintersinn und bester Unterhaltung. Die bezaubernde Produktion bringt dazu Elemente des Straßentheaters und der Commedia dell ́arte, und schon rückt die kleine Barockoper ganz nah zum heutigen Publikum!

Bei schlechtem Wetter wird die Aufführung ins Stadthaus verlegt.

Il Ciarlatano - styriarte 2021 on tour - YouTube https://www.youtube.com/watch?v=sM-VwMrEtI8

Ticketpreis 35 Euro/ermäßigt 30 Euro
Laura Orueta

1993 in Madrid geboren, begann Laura Orueta schon im Alter von drei Jahren Geige und danach Bratsche zu spielen. Sie erwarb einen Bachelor-Abschluss in Bildender Kunst und studierte Gesang an der Escuela Superior de Canto de Madrid. 2018 ging sie mit einem Erasmus-Stipendium nach Ghent und lernte dort am Konservatorium.

Die Mezzosopranistin wirkte solistisch in Aufführungen mit geistlichem Repertoire wie Antontio Vivaldis »Juditha Triumphans« und »Gloria« mit, in Gabriel Faurés Requiem, Giovanni Battista Pergolesi »Stabat Mater« und Mozarts Requiem. Zu ihren Opernrollen gehören Partien aus der Feder von Joseph Hadyn, Henry Purcell, Wolfgang Amadeus Mozart und Jacques Offenbach.

Laura Orueta wirkte auch in den bekanntesten Jugendchören Madrids und in spanischen Vokalgruppen, die sich auf Alte Musik spezialisiert haben. Sie sang in renommierten spanischen Opern- und Konzertchören im Teatro Real, bei Orfeón Donostiarra und La Fura dels Baus.

2018 und 2019 wurde die junge Sängerin mit einem Stipendium der Juventudes Musicales de Madrid ausgezeichnet. Sie tritt im »Programm für junge Interpreten» der Amigos de la ópera auf. Bereits im Sommer 2020 war sie mit Ārt House Opera auf der Burg Lockenhaus im österreichischen Burgenland in der Produktion »Così.20« zu erleben.

Dietrich Henschel

Als regelmäßiger Gast auf den großen Opernbühnen, als geschätzter Interpret von Lied und Oratorium und bei seinen multimedialen Projekten fasziniert der Bariton Dietrich Henschel das Publikum weltweit mit einem Repertoire, das von Monteverdi bis zur Avantgarde reicht. Der gebürtige Berliner, der in Nürnberg aufwuchs und 1990 bei der Münchner Biennale für neue Musik debütierte, wurde nach einer ersten Station als Ensemblemitglied an der Oper Kiel ab 1997 international bekannt: An der Deutschen Oper Berlin sang er die Titelpartie in Hans Werner Henzes »Prinz von Homburg«, inszeniert von Götz Friedrich. In Ferruccio Busonis »Doktor Faust« brillierte er an der Opéra de Lyon und am Théâtre du Châtelet in Paris. Für die Interpretation der Titelpartie in dieser Produktion wurde er mit einem Grammy ausgezeichnet.

In den herausragenden Opernpartien seines Fachs von Gioachino Rossini, Richard Wagner, Claudio Monteverdi, Wolfgang Amadeus Mozart, Alban Berg, Claude Debussy und Igor Strawinski war und ist Dietrich Henschel seitdem an den großen Opernhäusern Europas zu Gast. Zeitgenössische Komponisten wie Péter Eötvös, Detlev Glanert, Manfred Trojahn, Unsuk Chin, Peter Ruzicka und José-Maria Sanchez-Verdu vertrauten ihm Hauptpartien in ihren Opern zur Uraufführung an.

Adrián Schvarzstein

Adrián Schvarzstein, laut Eigendefinition eine Mischung aus Argentinier, Spanier und Italiener, ist Clown, Schauspieler, Regisseur für Zirkus und Theater – kurzum, ein echtes Multitalent und ein wahrhaftig energiegeladener Unterhalter und Showman. Er studierte zunächst die Kunst der Commedia dell’arte in Italien, wurde während seiner mittlerweile 20-jährigen beruflichen Tätigkeit allerdings von allen Spielarten des europäischen Theaters geprägt. Auch die Straßentheatertruppen, Zirkusgruppen und Opernkompanien, mit denen er auftrat, etwa über viele Jahre der Circus Ronaldo aus Belgien, hinterließen Spuren in seiner Entwicklung. Seine mehrfach preisgekrönten Soloprogramme »The Greenman«, »The Bed« und »Dans« stellen die Interaktion mit dem Publikum in den Mittelpunkt. Zuletzt kreierte Adrián Schvarzstein das Straßentheaterprogramm »Kamchàtka«, welches 2008 mit dem Miramiro-Preis ausgezeichnet wurde, und führte in Holland Regie bei der Oper »La Barca« von Adriano Banchieri. Schvarzstein inszeniert regelmäßig Theater-, Oper- und Zirkusproduktionen und ist ein weltweit willkommener Gast auf Straßentheaterfestivals.

Thomas Höft

Thomas Höft wurde 1961 in Lüchow-Dannenberg geboren und studierte Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaften und Sprachpsychologie an der Universität Hamburg. Er arbeitet als Autor, Regisseur und Dramaturg in unterschiedlichen Bereichen, verantwortet große historische Themenausstellungen in deutschen und österreichischen Museen und schreibt Sachbücher. Für »Welt aus Eisen« wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis Buchkunst ausgezeichnet. Vor allem ist er mit zahlreichen Theaterstücken und Opernlibretti bekannt geworden, etwa für die Deutsche Oper Berlin, die Komische Oper Berlin und die Bregenzer Festspiele. 2010 wurde an der Wiener Staatsoper Höfts Oper »Pünktchen und Anton« nach Erich Kästner zur Musik von Iván Eröd uraufgeführt. Durch Götz Friedrich zu ersten Regiearbeiten ermutigt, nimmt die Musiktheaterregie einen kontinuierlich wachsenden Raum in Höfts Schaffen ein.

Seit 1994 arbeitet er als Dramaturg des Festivals styriarte Graz, das für Nikolaus Harnoncourt gegründet wurde. Seit 2003 ist er auch Dramaturg des Osterfestivals Psalm Graz. Zudem war er Intendant des Brandenburger Theaters, der Bewerbung Augsburgs zur Kulturhauptstadt Europas und des Festjahres Pax2005 zum Jubiläum des Augsburger Religionsfriedens. Von 2012 bis 2018 war Höft Direktor des Kölner Zentrums für Alte Musik und Künstlerischer Leiter des Kölner Festes für Alte Musik. 2018 und 2019 verantwortete er die Dramaturgie der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. Als Gründer und Vorstand der Kölner Offenbach-Gesellschaft war Thomas Höft maßgeblich an der Vorbereitung des Offenbach-Jubiläums 2019 beteiligt.

Dídac Cano

Seit 2002 arbeitet der in Barcelona beheimatete Akrobat Dídac »Diegolow!« Cano als Jongleur und Zirkusartist an eigenen Projekten wie »Diegolow de GoFast«, »Didactions«, »Masterclass«, »Mr. Strange: Strange Days« sowie in Zirkusproduktionen wie »Call Me Maria« und als Mitglied der Zirkuskompanie Cirkus Younak. Als Schauspieler war er Teil mehrerer Theater- und Straßentheateraufführungen. Als Performer, Choreograf, Lichtdesigner, Szenograf und Grafikdesigner wirkte der Akrobat auch in zeitgenössischen Tanzkompanien mit.
Als Lehrer gibt er Kurse und Workshops, darunter in Jonglieren, Manipulieren von Objekten, Balance, Bewegung und Tanz, in Bau und Wurftechnik von Bumerangs. Er leitet Didgeridoo-Workshops zu Atem und Klang.

Lilli Hartmann

Geboren in Rosenheim, absolvierte Lilli Hartmann ihr Meisterstudium am Londoner Royal College of Art. Den Bachelor erwarb sie am Chelsea College of Art, London. Ihre Installationen und Performances wurden international in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, etwa im Murmansk Art Museum, in der Castlefield Gallery Manchester, der Flaggfabrikken Kunsthall Bergen, im Beaconsfield London, CA2M Móstoles und in der Neuen Froth Kunsthalle Brighton. Hartmanns Videos wurden für Filmfestivals in London, Canada und Pereira, Kolumbien, ausgewählt. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Rosenheim.

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