Die Schön Magelona
Eine fast lustige Historie aus der europäischen Renaissance | Ensemble Saitenweisen | Corinna Harfouch – Lesung
Fr, 23.09.2022 - 19:00 Uhr

Der Magelona-Stoff ist orientalischen Ursprungs, man kennt ihn auch aus dem Umkreis der Erzählungen aus 1001 Nacht: Die Geschichte handelt von der schönen neapolitanischen Königstochter Magelona und ihrem Herzliebsten, dem Grafen Peter von Provence. Da Magelona einem anderen versprochen ist, fliehen die Liebenden vom Hof. Doch Peter gerät in türkische Gefangenschaft und findet erst nach jahrelanger Irrfahrt zurück zu Magelona, die inzwischen ein Armenspital gegründet hat... Dank der Übersetzung, die Veit Warbeck im 16. Jahrhundert dem späteren Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen widmete, gehört die Erzählung »Die Schön Magelona« heute zu den bekanntesten frühneuzeitlichen Volksbüchern.

Kein Wunder, dass sich auf dem ersten Höhepunkt seiner Popularität auch die Komponisten der europäischen Renaissance für den »Bestseller« interessierten – ob in Frankreich, Spanien oder Italien, ob Diego Ortiz, Filippo Azziolo, Heinrich Isaak, Josquin Deprez, Philippe Verdelot, Bartolomeo Tromboncino oder Ludwig Senfl: Die hochkarätig besetzte Collage mit der wunderbaren Corinna Harfouch zählt zweifellos zu den Höhepunkten im diesjährigen Festivalgeschehen!

Mitwirkende
Corinna Harfouch | Lesung
Julla von Landsberg | Sopran
Elisabeth Seitz | Salterio, Johanna Seitz | Harfe
Stephan Rath, Stefan Maass | Laute

Ticketpreis 25 Euro/ermäßigt 20 Euro
Corinna Harfouch

Corinna Harfouch gehört zu den wichtigsten Bühnen- und Filmdarstellerinnen Deutschlands. Die in Suhl geborene Schauspielerin absolvierte ihre Ausbildung an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Seither ist sie auf allen wichtigen Bühnen zu sehen. Für ihre Theaterarbeit wurde Corinna Harfouch mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt 1997 den Gertrud-Eysoldt-Ring für herausragende schauspielerische Leistungen und wurde im selben Jahr für ihre Rolle des General Harras in »Des Teufels General«, Regie Frank Castorf, von der Zeitschrift »Theater heute« zur Schauspielerin des Jahres gekürt.

Seit ihrem Debüt vor der Filmkamera hat Corinna Harfouch in mehr als 80 Film- und Kinoproduktionen mitgewirkt. Zu ihren bedeutendsten Filmen gehören »Das Versprechen« (1995) von Margarethe von Trotta, »Knockin' on Heaven's Door« (1997) von Thomas Jahn, »Irren ist männlich« (1996) von Sherry Hormann, »Der Untergang« (2004) von Oliver Hirschbiegel, »Im Winter ein Jahr« (2008) Caroline Link und »Lara‹ (2017) von Jan Ole Gerster.

Auch für ihre Filmarbeiten wurde Corinna Harfouch mit vielen Preisen geehrt, darunter der Bayerische Filmpreis, der Adolf-Grimme-Preis, der Deutsche Fernsehpreis, der Deutsche Schauspielpreis, der Günter Rohrbach Filmpreis und der Hessische Filmpreis.

Julla von Landsberg

Die aus Bayern stammende Sopranistin Julla von Landsberg begann ihr Studium am Richard-Strauss-Konservatorium München. Später bildete sie sich am Institut für Alte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen fort, wo sie 2004 mit Studienkollegen das Ensemble Santenay für Musik des Mittelalters gründete.

Ihre Studien schloss Julla von Landsberg 2009 an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig ab. Seitdem wirkt sie als freischaffende Sängerin. Internationale Engagements und zahlreiche Aufnahmen belegen ihre Präsenz in der Alten Musik.

Wichtige Impulse für ihre künstlerische Tätigkeit erhält die Sopranistin nicht zuletzt durch ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem freien Berliner Theaterensemble Nico and the Navigators.

Saitenweisen

Elisabeth Seitz | Psalterium
Johanna Seitz | Tripelharfe
Stefan Maass | Barockgitarre, Theorbe
Stephan Rath | Chitarrone, Laute


Die Kombination ihrer historischen Instrumente – Psalterium, Tripelharfe und jede Menge verschiedene Lauten – hat die vier Musikerinnen und Musiker auf den Namen ihres Ensembles gebracht: Saitenweisen. Klingt einfach, hört sich aber raffiniert an: Elisabeth und Johanna Seitz, Stefan Maass und Stephan Rath spielen auf vielen Saiten, um ihr Publikum mit Weisen aus alter Zeit zu erfreuen. Das ungewöhnliche Quartett ging aus zwei bekannten und in der Alte-Musik-Szene längst etablierten Duos hervor: aus 33zwo mit Elisabeth und Johanna Seitz und der von Stephan Rath und Stefan Maass gegründete Batzdorfer Hofkapelle.

Elisabeth Seitz studierte Hackbrett und Alte Musik im öberösterreichischen Linz, in München und Den Haag. Das französische Ensemble L ́Arpeggiata wurde von ihr mit geprägt. Seitz hat wesentlich dazu beigetragen, das Hackbrett in der Landschaft der europäischen Kunstmusik zu verwurzeln. Konzerte, CD- und Rundfunkaufnahmen in den Sparten Alte Musik, Neue Musik und Weltmusik, unter anderem mit Johanna Seitz im Duo 33zwo, führten sie in zahlreiche Länder und auf viele europäische Festivals.

Johanna Seitz studierte Harfe in Köln, Essen, Den Haag und Mailand. Neben dem Erforschen und Spielen historischer Harfentypen gilt ihre Vorliebe den kammermusikalischen Besetzungen mit Alter und Neuer Musik.

Stephan Rath unterrichtete von 1991 bis 2010 an der Folkwang Universität der Künste in Essen; seit 2016 lehrt er die Fächer Laute und Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Als Generalbassspieler wirkte er in mehr als 150 Opernproduktionen mit, die er zum Teil auch leitete. In jüngster Zeit ist er zunehmend musikdramaturgisch tätig.

Stefan Maass studierte klassische Gitarre in Berlin, erhielt ein Stipendium des Deutschen Musikrates und lernte bei Konrad Junghänel in Köln. Maass hat sich solistisch und als Continuospieler auf die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert. Auf Schloss Batzdorf, dem Sitz der Batzdorfer Hofkapelle, lebt Maass seit 1989.

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