Praetorius pur
Geistliche und weltliche Musik eines Wegbereiters | Capella de la Torre
So, 31.10.2021 - 17:00 Uhr

In diesem Jahr feiert die Musikwelt Michael Praetorius! Er war nicht nur ein berühmter Komponist, sondern hatte als Musiktheoretiker Zugang zu Partituren aus französischen, englischen, vor allem aber auch aus italienischen Quellen. Letztere studierte er mit großem Eifer, denn Claudio Monteverdi und dessen italienischem Umfeld war Praetorius überaus zugetan, ohne Italien jemals selbst besucht zu haben. Zusammen mit dem französischen Tanzmeister Francis Caroubel schuf er mit »Terpsichore« eine Sammlung modernster Tänze aller Arten. Eine ausführliche Beschreibung der unterschiedlichen Nationalstile nahm er dann im dritten Band seines theoretischen Werkes »Syntagma musicum« vor.

Anlässlich seines 400. Todestages widmet sich die Capella de la Torre den verschiedenen Schaffensphasen und kompositorischen Entwicklungen Michael Praetorius´. Ausgreifende geistliche Werke wechseln mit fröhlichen Tänzen und weltlicher Unterhaltungsmusik. So zeichnet das Programm »Praetorius pur« ein differenziertes Bild der musikalischen Vielfalt im frühen 17. Jahrhundert. Neben vokalen Klangfarben präsentieren die Musikerinnen und Musiker eine Palette instrumentaler Farben von Schalmei, Pommer, Dulzian und Großbasspommer über Posaunen und Cornetti bis hin zu Orgeln und Lauten für den Basso continuo.

Ticketpreis 25 Euro/ermäßigt 20 Euro

Capella de la Torre

Die Capella de la Torre zählt zu den weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit. Sie wurde 2005 von der Oboistin und Schalmeispezialistin Katharina Bäuml gegründet und gab seitdem fast 1.000 Konzerte. Auch in bislang 26 CD-Einspielungen und zahlreichen Live-Mitschnitten erspielte sich die Capella de la Torre umfangreiche Erfahrung in der Musik des 14. bis 17.Jahrhunderts. 2016 wurde sie mit einem Echo Klassik in der Kategorie »Ensemble des Jahres« ausgezeichnet und im Jahr darauf mit einem zweiten für die CD »Da Pacem – Echo der Reformation«, die mit dem Rias Kammerchor aufgenommen worden war. 2018 gab es den Opus Klassik für »Una Serata Venexiana«.

Um die Musik vergangener Jahrhunderte für heutige Ohren lebendig werden zu lassen, finden ständig aktuelle historische und musikwissenschaftliche Erkenntnisse Eingang in die Programme der Capella de la Torre. Ein besonderes Anliegen des Ensembles ist die Arbeit mit einem jungen Publikum, die in einer Vielzahl von Vermittlungsprojekten ihren Ausdruck findet.

Der Name »de la Torre« ist auf zweierlei Weise zu verstehen: Anfang des 16. Jahrhunderts komponierte der Spanier Francisco de la Torre das wohl berühmteste Stück für eine Bläserbesetzung, seine »Danza Alta«. Die Ensemblebezeichnung kann aber auch wörtlich genommen werden: Bläsergruppen musizierten seinerzeit bei verschiedenen Gelegenheiten auf Türmen und Balkonen; »de la Torre« heißt »vom Turm herab«.

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