»Solange ich lebe«
Die Kraft der Lautenlieder | Emma Kirkby – Gesang, Jakob Lindberg – Laute
So, 24.10.2021 - 17:00 Uhr

Eine Huldigung an die ersten Lautenvirtuosen der europäischen Renaissance! Schon damals war die Lautenszene, was man heute gut vernetzt nennen würde: Italienische Instrumentalisten kamen nach Frankreich, französisch-flämische Stars wie Josquin des Pres beeinflussten die Szene in Italien. In Spanien überarbeitete der Virtuose Luys de Narvaez Josquins berühmtes Lied »Mille Regretz« für Laute, sein Kollege Alonso de Mudarra fügte wundervolle Lieder hinzu. Der Italiener Francesco da Milano, dessen Lautenspiel das Publikum nachhaltig bezauberte, nimmt im Programm einen angemessenen Stellenwert ein. Sein etwas älterer Kollege Vincenzo Capirola gab ein Buch mit Ricercari heraus, das bei Lautenspielern seiner wunderbaren Tierbilder wegen beliebt ist. Deutschland und England waren zwar etwas langsamer in der Entwicklung der Lautentechnik, später jedoch wurden die Stücke von Hans Neusiedler und Silvius Leopold Weiss hoch geschätzt. In England wurden heitere Lieder vom Hofe von König Heinrich VIII. überliefert. Attraktive Lautenstücke des Flamen Philip van Wilder, der sich in London niedergelassen hatte, runden den Abend der europäischen Raritäten mit zwei ausgesuchten Experten der Alten Musik ab. John Dowland muss als Angestellter beim englischen Botschafter des französischen Königs die von Pierre Attaignant gedruckte Lautenmusik und die bezaubernde Lieder von Claudin de Sermisy kennengelernt haben. Eines von ihnen, »Tant que vivray«, betitelt diesen Abend, der sich der Musik zwischen 1480 und 1560 verschrieben hat.

25 Euro, ermäßigt 20 Euro
Emma Kirkby
Gesang

Ursprünglich wäre Emma Kirkby niemals auf die Idee gekommen, Sängerin zu werden: Sie hatte Philologie in Oxford studiert und war Lehrerin, daneben sang sie in kleinen Chören und Ensembles. Hier entdeckte sie ihre Affinität zum Repertoire der Renaissance und des Barock. 1971 trat sie dem Taverner Choir bei und begann ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Consort of Musicke und der Academy of Acient Music. Mit renommierten Kammermusikensembles und Orchestern verbindet Emma Kirkby eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit, darunter London Baroque, das Freiburger Barockorchester, L'Orfeo, The Orchestra of the Age of Enlightenment, Fretwork, das Purcell Quartet und die London Handel Players. Die Diskografie Emma Kirkbys umfasst mehr als 100 Einspielungen, die von Sequenzen von Hildegard von Bingen bis zu Madrigalen der englischen und der italienischen Renaissance, von barocken Kantaten und Oratorien bis zu Werken von Mozart und Haydn reichen. Seit 2000 arbeitet sie mit dem schwedischen Label BIS zusammen, bei dem sie etwa Motetten und Kantaten von Händel, Werke von Couperin mit London Baroque und Lautenlieder mit Anthony Rooley und Jakob Lindberg aufgenommen hat. 1999 wurde Emma Kirkby von den Zuhörern von Classic FM zum »Artist of the Year« gewählt, 2000 erhielt sie den »Order of the British Empire«. 2007 wurde sie von Queen Elisabeth II. in den Ritterstand (»Dame Commander of the Order of the British Empire«) erhoben. Im Jahr darauf wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Oxford University verliehen. In einer Kritikerumfrage des BBC Music Magazine 2007 wurde sie auf Platz 10 der 20 besten Soprane gewählt.

Jakob Lindberg
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