Tausendundein Klang
Musik aus dem Nahen und Mittleren Osten | Duo do-nawā & Niloofar Bijanzadeh – Rezitation
Do, 22.09.2022 - 19:00 Uhr

Die Saiteninstrumente, die seit Jahrhunderten in Europa gespielt werden, haben ihre Wurzeln
im Nahen Osten. Durch Migrationsbewegungen wurden sie hierzulande bekannt und
weiterentwickelt. Zu den ältesten unter ihnen gehören Zupfinstrumente wie die Rubab, eine
Schalenhalslaute, die als Nationalinstrument von Afghanistan gilt. Auch die Oud und die
Kopuz als Varianten der Kurzhalslaute sowie die Çeng, eine türkische Harfe, zählen zu den
ältesten Musikinstrumenten und wurden zu den verschiedensten Anlässen menschlichen
Zusammenseins angestimmt – meist begleitet von Gedichts- und Geschichtsrezitationen. Und
das klang dann wie genau? Welche Musik zur Zeit der Renaissance im Nahen und Mittleren
Osten gespielt wurde, verrät dieser stimmungsvolle Abend mit dem Duo do-nawā: Bei einem
Streifzug durch die traditionelle Musik aus dem heutigen Iran, aus der Türkei und aus
Afghanistan begegnen sich die Klangwelten aus den sefardischen, kurdischen und
zentralasiatischen Musikkulturen. Improvisationen in traditionellen Musizierstilen und
Liebes-, Schlaf-, Tanz- und Trinklieder werden ergänzt durch uralte Mythen und Texte der
persischen Dichter Rumi und Hāfez, in der Originalsprache und in Deutsch rezitiert von der
Schauspielerin Niloofar Bijanzadeh.

Ticketpreis 20 Euro/ermäßigt 17 Euro
Duo do-nawā

Der studierte Jazz-Bassist und Multi-Instrumentalist Markus Wach und die klassische Harfenistin und
Musikvermittlerin Samira Memarzadeh lernten sich 2018 in der Frankfurter Musikszene kennen und entdeckten ihr gemeinsames Interesse für alte Musiktraditionen und hierzulande kaum gespielte Musikinstrumente aus dem Nahen und Mittleren Osten. Seit dem Frühjahr 2021 widmen sie sich als Duo do-nawā – persisch für: »Zwei Melodien« – jahrhundertealten Klangwelten und ergänzen sie durch eigene Nuancen und den besonderen Charakter seltener Saiteninstrumente.

Markus Wach studierte Musikpädagogik in Gießen und anschließend Jazz und Popularmusik in den Fächern Kontrabass und Gitarre in Mainz. Seit 2013 beschäftigt er sich verstärkt mit der Restaurierung und der Verwendung seltener und traditioneller Musikinstrumente, vorwiegend aus dem Nahen Osten und Zentralasien. 2017 wurde er mit der Band Max Clouth Clan für das Frankfurter Jazzstipendium ausgewählt. Wach absolvierte Konzerttourneen unter anderem durch Deutschland, Italien und Indien und beteiligte sich an CD-Produktionen in den Bereichen Jazz, Pop und Weltmusik. Seit 2014 ist er als Multi-Instrumentalist in mehreren Weltmusikensembles wie Mala Isbuschka, Aramesk und Sharqstan sowie solistisch tätig.

Die Harfenistin Samira Memarzadeh stammt aus einer deutsch-iranischen Familie und studierte in Freiburg, London und Frankfurt/Main. Unterstützt wurde ihre Ausbildung durch Stipendien unter anderem des Richard-Wagner-Verbands, der Rotary-Clubs sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Außerdem spielte sie gefördert von Live Music Now Freiburg in verschiedenen kammermusikalischen Formaten. Als Orchestermusikerin musizierte sie im SWR Symphonieorchester, bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, im Staatstheater Darmstadt, bei den Münchner Symphonikern, im Philharmonischen Orchester Freiburg und in der Philharmonie Baden-Baden. Bei einer Europa-Tournee mit dem Gustav Mahler Jugendorchester sowie in der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musikfestivals trat Samira Memarzadeh mit namhaften Dirigenten in renommierten Konzertsälen Europas auf. Neben ihrer Tätigkeit als Harfenistin erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in Islamwissenschaft und Ethnologie in Freiburg. Verknüpfen kann sie beide Leidenschaften in transkulturellen Musikprojekten wie der interkulturellen Frankfurter Initiative »Bridges – Musik verbindet«, in deren Rahmen sie seit 2018 internationale Sessions leitet und traditionelle außereuropäische Musik interpretiert.

Die iranischstämmige Künstlerin Niloofar Bijanzadeh ist als Schauspielerin und Tänzerin im Rhein-Main-Gebiet tätig, unter anderem im Staatstheater Darmstadt.

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