Die englische Sopranistin Emma Kirkby ist eine Pionierin für die historische Aufführungspraxis der Alten Musik. Ihre Interpretationen der Madrigale von John Dowland und Claudio Monteverdi gelten längst als Referenzaufnahmen. Als weltweit gefragte Interpretin arbeitet sie regelmäßig mit führenden Barock-Ensembles zusammen; ihre Diskografie umfasst mehr als 100 Platten- und CD-Aufnahmen. Bereits 1997 konnte die vielfach ausgezeichnete Künstlerin den Händel-Preis der Stadt Halle entgegennehmen. Umso größer die Freude, Emma Kirkby erneut als Dozentin für das Workshop-Portfolio des Wittenberger Renaissance Musikfestivals gewonnen zu haben! An fünf aufeinanderfolgenden Tagen erarbeitet sie mit den Teilnehmenden ihres Kurses englisches, italienisches, französisches und deutsches Repertoire des Barock und des Frühbarock. Wer sich den letzten Schliff für Werkinterpretationen englischer Meister wie John Dowland, Henry Purcell und Georg Friedrich Händel holen möchte, ist in diesem Workshop besonders gut aufgehoben.
Anlässlich des 400. Todestages von John Dowland, der am 20. Februar 1626 in London begraben wurde, wird sein Werk in diesem Jahr eine besondere Rolle spielen. Alle Teilnehmenden erhalten außerdem die Gelegenheit, gemeinsam mit Emma Kirkby im Abschlusskonzert mitzuwirken, das den Workshop beschließt.
Der Bassbariton Florian Franke, einst selbst Schüler von Emma Kirkby, unterstützt die Kursleiterin auch in diesem Jahr. Er arbeitet seit Langem eng mit ihr zusammen, assistiert ihr bei Meisterkursen in ganz Europa und tritt mit ihr gemeinsam in Konzerten auf.
Bei der Anmeldung ist bitte anzugeben, ob eine Instrumentalbegleitung benötigt oder eine Begleiterin bzw. ein Begleiter mitgebracht wird.
Assistenz
Florian Franke
Korrepetition
Hildegard Saretz – Cembalo
Ulf Dressler – Laute
Kurszeiten
Montag 14 bis 18 Uhr
DIenstag 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 18 Uhr
Freitag 10 bis 12 Uhr
Infos zum Workshop-Ort folgen!
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Ursprünglich wäre Emma Kirkby niemals auf die Idee gekommen, Sängerin zu werden: Sie hatte Philologie in Oxford studiert und war Lehrerin, daneben sang sie in kleinen Chören und Ensembles. Hier entdeckte sie ihre Affinität zum Repertoire der Renaissance und des Barock. 1971 trat sie dem Taverner Choir bei und begann ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Consort of Musicke und der Academy of Ancient Music. Mit renommierten Kammermusikensembles und Orchestern verbindet Emma Kirkby eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit, darunter London Baroque, das Freiburger Barockorchester, L'Orfeo, The Orchestra of the Age of Enlightenment, Fretwork, das Purcell Quartet und die London Handel Players. Die Diskografie Emma Kirkbys umfasst mehr als 100 Einspielungen, die von Sequenzen von Hildegard von Bingen bis zu Madrigalen der englischen und der italienischen Renaissance, von barocken Kantaten und Oratorien bis zu Werken von Mozart und Haydn reichen. Seit 2000 arbeitet sie mit dem schwedischen Label BIS zusammen, bei dem sie etwa Motetten und Kantaten von Händel, Werke von Couperin mit London Baroque und Lautenlieder mit Anthony Rooley und Jakob Lindberg aufgenommen hat. 1999 wurde Emma Kirkby von den Zuhörern von Classic FM zum »Artist of the Year« gewählt, 2000 erhielt sie den »Order of the British Empire«. 2007 wurde sie von Queen Elisabeth II. in den Ritterstand (»Dame Commander of the Order of the British Empire«) erhoben. Im Jahr darauf wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Oxford University verliehen. In einer Kritikerumfrage des BBC Music Magazine 2007 wurde sie auf Platz 10 der 20 besten Soprane gewählt.
Hildegard Saretz studierte Kirchenmusik an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle und anschließend Klavier und Korrepetition an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig. Infolge ihrer intensiven Auseinandersetzung mit Alter Musik absolvierte sie dort ab 1994 auch ein Zusatzstudium bei Nicholas Parle im Fach Cembalo. In Meisterkursen bei Jesper Christensen und Johann Sonnleitner vertiefte sie ihre Fähigkeiten in der Praxis des stilgetreuen Generalbassspiels. Hildegard Saretz arbeitet freischaffend mit Ensembles wie der Chursächsischen Capelle Leipzig, dem Chemnitzer Barockorchester und der Capella de la Torre zusammen. Mit der Cembalistin Michaela Hasselt übt sie eine rege Konzerttätigkeit als Leipziger CembaloDuo aus. Hildegard Saretz lebt seit 2020 in Berlin und leitet in der St.-Annen-Kirche für die Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Dahlem eine Reihe mit »Musikalischen Abendandachten«.
Nachdem er sein Staatsexamen für höheres Lehramt an der Universität Göttingen absolviert hatte, schloss Ulf Dressler sein Lautenstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 1988 mit dem künstlerischen Diplom ab. Meisterkurse bei Jakob Lindberg, Hopkinson Smith und Konrad Junghänel vervollständigten seine Ausbildung. Seit 1980 arbeitet Dressler als freiberuflicher Lautenist und musiziert in mehreren Ensembles für Alte Musik. Engagements erhielt er auch für zahlreiche Opern- und Theaterproduktionen sowie Aufführungen von Passionswerken. Weil sein künstlerischer Schwerpunkt auf der Begleitung von Soloinstrumentalisten sowie Sängerinnen und Sängern liegt, reicht sein Instrumentarium von der arabischen Oud über die spanische Vihuela bis hin zur Erzlaute und zur Theorbe.
Der Bassbariton Florian Franke ist sowohl als Konzertsänger als auch als gefragter Gesangspädagoge international tätig. Bekannt für seinen einfühlsamen und ganzheitlichen Ansatz, arbeitet er mit professionellen Sängerinnen und Sängern, Studierenden und Chören und hat sich einen hervorragenden Ruf als Mentor und Coach erworben. Seine langjährige Zusammenarbeit mit Emma Kirkby prägt seine künstlerische Arbeit maßgeblich; gemeinsam konzertieren sie und leiten regelmäßig Meisterkurse, unter anderem in Wien, bei der Monteverdi Madrigal Week Venice, der Neuburger Sommerakademie für Alte Musik, bei den Schlossfestspielen Wernigerode, bei der Internationalen Herbstakademie für Gesang und Orchesterleitung Wernigerode sowie am britischen Hawkwood College.
Als Konzertsänger reicht Frankes Repertoire von der Renaissance über die großen geistlichen Werke Johann Sebastian Bachs bis hin zu zeitgenössischer Musik. Auch das Kunst- und Lautenlied zählen zu den besonderen Leidenschaften des Sängers. Er tritt regelmäßig mit namhaften Orchestern wie den Symphonikern Hamburg auf und konzertiert in zahlreichen europäischen Ländern. Als Pädagoge lehrt er an der Universität Bielefeld und der Kirchenmusikakademie Schlüchtern. Franke ist Mentor für Gesangspädagogikstudierende an der Hochschule für Musik Detmold und wird regelmäßig zu Meisterkursen und Chorprojekten eingeladen.




