Konzerte

Misterioso
Biber trifft Piazzolla | Eröffnungskonzert | lautten compagney BERLIN
Fr, 18.09.2026 | 19:00 Uhr | Stadthaus

Heinrich Ignaz Franz von Biber, einer der großen Violinmeister des 17. Jahrhunderts, erzählt in seinen 15 Sonaten die »Heiligen Mysterien« des Rosenkranzes in hochvirtuosen musikalischen Bildern. Die Sinnlichkeit und Ästhetik des Barock geht von der Verzückung durch den Glauben aus, der Verbindung zwischen Gott und Mensch, die damals noch stark mit der körperlichen Sinnlichkeit verbunden war – und dies ist die Parallele zum Tango, der ebenfalls eine fast religiöse Ernsthaftigkeit besitzt und die körperliche Sinnlichkeit zwischen Mann und Frau zelebriert. In den Mysteriensonaten erlebt man hörbar einen Akt der Liebe durch den Heiligen Geist, im Tango Nuevo Astor Piazzollas hört man die Herzen klopfen und das Blut rauschen.

Beide Kompositionsstile erwecken Gefühle, die durch die Musik in Klänge verwandelt werden. So viele hundert Jahre liegen zwischen ihnen, und doch sind die Gefühle der Menschen die gleichen geblieben. Mit dem Instrumentarium der Barockzeit wird der Tango noch menschlicher und lebendiger. Schon bald verfließen die Grenzen – und schließlich ist es ganz egal, in welchem Stil und in welcher Zeit man sich gerade befindet.

Musikalischer Stadtspaziergang
Film ab im Traumland | Praetorius Consort Wittenberg, Wittenberger Hofkapelle & Blockflötenensemble der Musikschule Leipzig
Sa, 19.09.2026 | 15:00 Uhr | Schlosskirche

Wittenberg mit offenen Augen und Ohren zu historischen Klängen neu entdecken: Teilnehmende am musikalischen Stadtspaziergang können sich schon jetzt darauf freuen! Auch beim 21. Wittenberger Renaissance Musikfestival laden das Praetorius Consort Wittenberg, die Wittenberger Hofkapelle und ihre Gäste – diesmal von der Musikschule Leipzig – an die Originalschauplätze der Reformation ein und bieten außergewöhnliche Hörerlebnisse an repräsentativen Orten der Lutherstadt.

Bei einer etwa halbstündigen Eröffnungsmusik in der Schlosskirche erklingen an diesem Samstagnachmittag populäre Kompositionen von damals und heute – Lieder und Tänze der Renaissance, in die musikalische Themen, Melodien und Motive aus den Filmmusiken moderner Kinohits dezent, aber unüberhörbar eingewoben werden. Vor allem Kinder und Jugendliche werden sich nicht nur über die Vorträge Gleichaltriger freuen, sondern auch viele Soundtracks aus ihren Lieblingsfilmen wiedererkennen. Das Leipziger Blockflötenensemble »Die vier Pfeifen« steuert stimmungsvolle Flötensätze von Giovanni Paolo Cima, Giovanni Cavaccio und Paul Leenhouts bei. 

Nach der Eröffnung können Interessierte in Gruppen am musikalischen Stadtspaziergang teilnehmen – wie immer begleitet von erfahrenen Stadtführern. Während sie durch Wittenberg wandeln, erfreuen sie sich unter anderem im Alten Rathaus, in der Fronleichnamskapelle neben der Stadtkirche und im Café Klatschmohn an weiteren musikalischen Darbietungen und erleben den eindrucksvollen Klang historischer Instrumente. 

Da die Kapazität begrenzt ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig Karten zu bestellen. Und ein wenig Zeit sollte man mitbringen: Zweieinhalb bis drei Stunden kann der klingende Besuch im »Traumland« schon dauern!

Der englische Orpheus
Musik von John Dowland und seinen Zeitgenossen | Orí Harmelin – Renaissancelaute & Theorbe
Sa, 19.09.2026 | 19:00 Uhr | Fronleichnamskapelle Kirchplatz

John Dowland gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Spätrenaissance – ein Lautenist mit außerordentlich umfangreichem Œuvre! Sein Vermächtnis, das sich über zahlreiche Handschriften in ganz Europa verstreute, und die von seinem Sohn Robert Dowland 1610 herausgegebene Sammlung »A Variety of Lute Lessons« trieben zu Dowlands Lebzeiten das Instrument selbst ebenso wie die Spielenden an ihre Grenzen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

2026 feiert die Musikwelt John Dowland anlässlich seines 400. Todestages – und das Wittenberger Renaissance Festival zeigt, wie unsterblich Dowlands Melodien sind, die wir noch heute im Ohr haben. Dazu wurde der israelische Musiker Orí Harmelin eingeladen. Lautenist wie dereinst John Dowland, präsentiert Harmelin in seinem Soloprogramm »Die Melodie des Atems« einen Querschnitt virtuoser Instrumentalformen, die im 16. Jahrhundert entstanden. Dabei erklingen Kompositionen für verschiedene adelige Gönner, unter anderem für König Christian IV. von Dänemark, der acht Jahre lang Dowlands Arbeitgeber war und seinen Diener sehr geschätzt haben muss, wofür nicht zuletzt eine ungewöhnlich gute Bezahlung spricht. Über Arrangements von mehrstimmigen Madrigalen – das in Musik gesetzte weltliche Gedicht war eines der beliebtesten Genres des Renaissance-Gesangs – spannt Orí Harmelin den Bogen zur freiesten Instrumentalform des 16. Jahrhunderts zu: dem Ricercar, einer Form des »Suchens« mit freiem, improvisationsartigen Charakter, die die polyfonen Möglichkeiten der Laute auslotet und Raum für extravagante instrumentale Virtuosenpassagen bietet.

Melancholie & Milonga
John Dowland zu Besuch bei Astor Piazzolla | Wittenberger Hofkapelle
So, 20.09.2026 | 17:00 Uhr | Klosterkirche

Angenommen, Astor Piazzolla sitzt beim Kaffee und sinniert über die Geschichte des Tangos – »L’Histoire du Tango«. Tatsächlich heißt einer der bekanntesten Zyklen des Tango-Altmeisters genau so! Entstanden ist er in den 1960er-Jahren und im Original für Flöte und Gitarre komponiert. In »Die Geschichte des Tangos« erzählt Piazzolla, wie sich der Tango ab 1900 über drei Generationen entwickelte. Das zweite der vier Stücke sollte eines seiner bekanntesten werden: »Café 1930«. Piazzolla beschreibt darin »…eine neue Epoche des Tango. Jetzt tanzt man ihn nicht mehr wie 1900; man beschränkt sich darauf, ihn anzuhören. Der Tango wird musikalischer, ja auch romantischer. Er verändert sich auf radikale Weise: die Bewegungen werden langsamer, neue Harmonien kommen hinzu, und das Ganze bekommt einen stark melancholischen Zug.« Ein stark melancholischer Zug bringt nun John Dowland ins Spiel – seine klaren, zu Herzen gehenden Weisen. Was sich nun zwischen den beiden Kaffeeliebhabern entspinnt, identifizieren Tangokenner sogleich als Milonga: ein Treffen, bei dem zu verschiedenen Tangostilen zwanglos getanzt wird.

Unversehens werden John Dowland und Astor Piazzolla selbst zu Milongueros – und stellen mit großem Erstaunen fest, wie virtuos und anspruchsvoll ist, was so leicht klingt, wie gut sich die elegischen Melodien des Älteren im Tangostil zurechtfinden, und wie berührend sie in einer solchen konzertanten Milongo wirken – ruhig und fröhlich. Und als sich die Weisen aus dem 16. Jahrhundert mit dem wiegenden Tanzmodus  der jüngeren Zeit verbinden, erkennen die Meister: Sehnsucht und Heimweh, Mut und Leidenschaften sind ein intensives Band, über alle Zeiten hinweg.

Danzas
Vom Tabu zum Triumph: Europa im Tanzfieber | Ensemble La Ninfea
Mo, 21.09.2026 | 19:00 Uhr | Klosterkirche

Zunächst verpönt und verboten und schließlich doch gesellschaftlich akzeptiert und à la mode: In mehreren Wellen – um 1600 mit Sarabande und Ciaccona und um 1900 mit dem Tango – eroberten die ansteckenden Rhythmen von lateinamerikanischen Tänzen ganz Europa und führten zu einer Art Tanz-Fieber. Die einen feierten damit die Befreiung des Körpers, die anderen sahen darin den Untergang des Abendlandes. Doch die Verbote durch die Obrigkeit vermochten die Beliebtheit nicht zu schmälern: In diesem Crossover-Projekt von La Ninfea begegnen und vermischen sich Gattungen und Tänze. Historische Tänze verwandeln sich plötzlich in einen Tango, während ein Tango sich in barockem Kleid zeigt. Ein musikalischer Brückenschlag über Jahrhunderte und gesellschaftliche Konventionen hinweg! Somit inspiriert von einst verbotenen Tänzen, verbindet das Ensemble La Ninfea, was eigentlich nicht zusammengehört: Tango und Chaconne, Sarabande und Walzer. Das Spektrum reicht von Claudio Monteverdi bis Wolfgang Amadeus Mozart, von Georg Friedrich Händel bis Astor Piazzolla. »Gewagt, gekonnt, genial«, urteilte Radio Bremen, und das Onlineportal Klassik heute nannte das Programm »unkonventionell und sehr erfrischend«. Und damit trifft es doch genau den Nerv des 21. Wittenberger Renaissance Musikfestivals und dessen Idee »Renaissance küsst Tango«. So war diese Musik noch nie zu hören!

Passion & Pracht
Barockmusik und spanische Klassik begegnen Tango und Flamenco | duo finesco – Geige/Akkordeon & Flamencogitarre
Di, 22.09.2026 | 19:00 Uhr | Altes Rathaus

Musik miteinander verknüpfen und verändern, mit verschiedenen Stilrichtungen spielen, eine neue, eigene Sprache finden: Das sind die Zutaten, aus denen das duo finesco seine ganz eigene Instrumentalpoesie kreiert. Unter dem Motto »Passion & Pracht« laden Juliane Winkler und Christof Schill zu einem außergewöhnlichen Programm ein, das die Grenzen von Zeit und Stil überschreitet – ein Abend voller Leidenschaft und Eleganz, der die Schönheiten der spanischen klassischen Musik mit der opulenten Pracht des Barock und dem feurigen Geist des Flamenco vereint.

Dabei erklingen auf Meisterwerke unter anderem von Isaac Albéniz, Manuel de Falla, Henry Purcell und Barbara Strozzi, Tangos von Astor Piazzolla, aber auch verschiedene Formen Flamencomusik wie Bulerías, Fandangos und Guajiras. In stilübergreifenden Arrangements begegnen sich die ausdrucksstarken Klänge der Violine, die mitreißende Rhythmen der Gitarre und die gelegentlich sentimentalen Melodien des Akkordeons. Vielfalt und Abwechslung sind hier Prinzip – präsentiert mit Spielfreude und Experimentierlust.

Zu Besuch bei der Königin
Die Klangwelt am Elisabethanischen Hof | Emma Kirkby, Florian Franke & Kursteilnehmende – Gesang
Fr, 25.09.2026 | 19:00 Uhr | Malsaal im Cranach-Hof

Die von der internationalen Presse gefeierte »Queen des Barock« kommt wieder nach Wittenberg! Gemeinsam mit dem Bassbariton Florian Franke leitet die legendäre Sopranistin Dame Emma Kirkby auch in diesem Jahr einen renommierten Gesangskurs im Rahmen des Wittenberger Renaissance Festivals. Der Kurs zieht seit Jahren Teilnehmende aus ganz Deutschland – professionelle Musikerinnen und Musiker ebenso wie ambitionierte Laien – und darüber hinaus an, die ihre Leidenschaft für Musik und Sprache teilen, musikalische Grenzen ausloten und ihre stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten weiterentwickeln möchten.

Zum ersten Mal wird die Kurswoche in diesem Jahr von einem festlichen Abschlusskonzert gekrönt: Neben den Teilnehmenden des Gesangskurses sind auch die beiden Dozierenden musikalisch zu erleben, begleitet von Hildegard Saretz am Cembalo sowie von Ulf Dressler an Laute und Theorbe. Das Programm steht im Zeichen der facettenreichen Klangwelt am Elisabethanischen Hof – und ist dabei ganz besonders John Dowland gewidmet, dessen 400. Todestag in diesem Jahr begangen wird. Das Publikum darf sich auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise in die Welt der englischen Renaissance und des Frühbarock freuen – mit Werken auch von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und weiteren Komponisten ihrer Zeit.

Jugend überrascht!
Zwischen Chaos und Genie: Die Kunst beginnt jetzt | Praetorius Consort Wittenberg & Gäste aus der Lutherstadt und Umgebung
Sa, 26.09.2026 | 18:00 Uhr | Schlosskirche

Überraschung, Überraschung: Das 21. Wittenberger Renaissance Musikfestival präsentiert mit »Jugend überrascht!« nicht nur ein neues Format, sondern gleich auch eine neue Patronanz: Christian Tylsch, Landrat des Landkreises Wittenberg, hat die Schirmherrschaft für das komplette Abschlusswochenende des Festivals übernommen. »Wittenberg singt« heißt es natürlich auch in diesem Jahr wieder – doch war in den zwei vorangegangenen Wittenberger Sängerfesten der Andrang so groß gewesen, dass das Programm nunmehr auf zwei Abende verteilt wird.

Somit kann das Praetorius Consort Wittenberg als Gastgeber in der Schlosskirche sowohl Chöre als auch Instrumentalensembles begrüßen – das von Victor Bolgov geführte, rund 20-köpfige Akkordeon-Ensemble der Kreismusikschule Wittenberg sei zuerst genannt, denn das Akkordeon, eines der ältesten Instrumente der Welt, ist 2026 Instrument des Jahres. Klar, dass somit auch Tangos von Astor Piazzolla auf dem Programm stehen. Das Gymnasium Leucorea kommt mit seiner Big Band unter der Leitung von Michael Ketelaar – nicht weniger als etwa 60 Schülerinnen und Schüler spielen mit! Auch das virtuose Doppelkonzert für zwei Violinen a-Moll, Nummer acht in der Sammlung »L’Estro Armonico« von Antonio Vivaldi, erklingt: Johanna Ulbrich und Marlene Pfeifer spielen die Solopartien. Sie gehören der Violinklasse von Marin Marinov an der Kreismusikschule Wittenberg an.

»Renaissance küsst Tango« heißt es auch an diesem vorletzten Konzertabend des Festivals – und alle Mitwirkenden schöpfen aus der Vielfalt, die der Festivaltitel bietet: der Kinderchor der Grundschule Bergwitz, Gesangssolistinnen und -solisten der Kreismusikschule Wittenberg und das Praetorius Consort mit eigenen Arrangements, in denen sich populäre Soundtracks mit Renaissancehits verbinden. Und das Beste: Der Eintritt ist frei!

Interessiert? Anmeldungen für Mitwirkende sind per bis 31. August 2026 möglich.

Historischer Tanzball
To see, to hear, to dance: Vivat John Dowland! | Ensemble The Playfords
Sa, 26.09.2026 | 20:00 Uhr | Altes Rathaus

Der bei den Einheimischen und ihren Gästen seit jeher beliebte Historische Tanzball darf auch 2026 nicht fehlen im Programm des Wittenberger Renaissance Musikfestivals – erst recht nicht, weil das Festivalmotto »Renaissance küsst Tango« heißt! Durch das Ballvergnügen des führen wie gewohnt zwei Tanzmeister mit Charme, Glamour und Ideen: Mareike Greb und Mark Frenzel leiten vier gemeinsame Tanzrunden an. 

Unerlässlich am Wittenberger Ballabend ist die authentische Live-Musik, gespielt von Experten für historische Tanzweisen: The Playfords geben sich auch in diesem Jahr wieder die Ehre. Thematisch tragen alle Mitwirkenden ihre Sichtweisen zum Festivalmotto bei – mit einer tiefen Verneigung vor John Dowland, dessen Todestag sich im Februar zum 400. Mal gejährt hatte. Die Tänze sind auf diesen Themenkomplex abgestimmt, der auch jede Menge Raum für die Freude an der Bewegung lässt – und für die Freude an der Tanzbarkeit von John Dowlands Musik!

Apropos Tanzen: Bei jeder Musik und für jedes historische Ensemble ist es essenziell, auf die Füße der Tanzenden zu sehen, um das Wesen der verschiedenen Tänze durchdringen und musikalisch darstellen zu können. The Playfords gründeten sich vor 25 Jahren als Tanzband und sammeln seitdem Inspirationen – auch beim alljährlich beim Wittenberger Renaissance-Tanzball! Die Tanzenden wiederum erleben von Jahr zu Jahr und von Strophe zu Strophe, wie facettenreich die Tänze sich anfühlen, wenn The Playfords unermüdlich affektieren und improvisieren: ein Feuerwerk der Wechselspiele.

Spannend wird es in diesem Jahr, wenn The Playfords rhythmische Farben und Muster des Tangos ins Spiel bringt. Einige Elemente haben die Renaissance-Tänze mit dem Argentinischen Tango nämlich durchaus gemeinsam, etwa die Dissoziation vom aufrechten Oberkörper und den eleganten Beinen – oder anders ausgedrückt: ihr Unabhängigkeit voneinander. Beide Tanzstile, Renaissance und Tango, bestehen im Wesentlichen aus der Variation eines einzigen Schritts, bei John Playford »Singles« und bei Thoinot Arbeau »Simples« genannt. Das Caminar im Tango, also das Gehen, haben die italienischen Renaissance-Tanzmeister Fabritio Caroso und Cesare Negri mit »Passo grave« – hier soviel wie würdevolles Schreiten – und John Playford mit »Walking Step« bezeichnet. Bei anderen Tänzen wie Branlen und bei Boleos oder Ganchos vollziehen die Beine schwindelerregende Verzierungen.

Zwischen den Tänzen lassen The Playfords unterhaltsame Melodien erklingen wie »Tango vivray« von Claudin de Sermisy, »Por una Cabeza« von Carlos Gardel und »Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger« von Friedrich Hollaender mit Björn Werner als Cantor de Tango, der als passionierter Tango-Tänzer die Mugre – den »Dreck« – und die Narben der Seele darzustellen weiß.

Fantasievolle Gewänder und Vorkenntnisse im historischen Tanz sind wie immer erfreulich, aber keine Bedingung für die Teilnahme. Wer sein Debüt auf dem Tanzparkett längst hinter sich hat, wird sich über seine Lieblingstänze freuen und Gleichgesinnte treffen. Ebenso willkommen sind alle Gäste, die eine rauschende Ballnacht mit historischen Tänzen zum ersten Mal erleben. Ihnen wird empfohlen, die Tanzschritte des Abends tagsüber in den Kursen zu studieren, um sich anschließend perfekt vorbereitet ins Vergnügen zu stürzen.

Tango-Tanzball
Zauber der Milonga: Musik, Bewegung und Leidenschaft | Thoma – Tanzmeister & DJ
Sa, 26.09.2026 | 20:00 Uhr | Altes Rathaus

Dem Tango begegnet man am schönsten in einer Milonga! Auf diesem Tango-Tanzball sind alle Interessierten willkommen – nicht nur Tänzerinnen und Tänzer. Wer einfach die Musik genießen möchte oder die Atmosphäre dieses gemeinsamen Abends sucht, wer allein kommen möchte oder in Begleitung: Die Tür  steht offen! 

Bei einer Milonga wird selten live musiziert. Normalerweise läuft das so: DJ sorgt für die Tangomusik, überwiegend aus der sogenannten Época de Oro von 1935 bis 1945. Damals war der gespielte und getanzte Tango große Mode in Argentinien und Uruguay. Die Tanzmusik dieser Ära ist von einer Qualität, die nie übertroffen wurde – und deshalb bis heute als große Referenz für Milongueras und Milongueros gilt.

Die Musik wird in »Tandas« genannte Gruppen mit drei bis vier Tangos und verwandten Tänzen wie Tango-Vals und Milonga hintereinander sowie mit »Cortinas«, beliebiger zusätzlicher Musik, gegliedert. Die Tänzerinnen und Tänzer fordern sich gegenseitig per Blickkontakt – den nennt man »Mirada« – oder Kopfnicken – »Cabeceo« – auf und tanzen in einer sogenannten »Ronda«, sprich, die Tanzpaare tanzen in der Tanzrichtung hintereinander wie in einem Karussell. Während der Cortina können sie sich voneinander verabschieden und eine Pause einlegen – oder sie machen sich auf die Suche nach einem anderen Partner... In einer spezielleren Form der Milonga liegt der Fokus sehr stark auf dem Tanzen. Dadurch, dass der Tango oft in einer engen Umarmung getanzt wird, schafft er eine besondere Begegnung zwischen zwei Menschen.

Wittenberg singt | Chortreffen
Geh aus, mein Herz | Chöre aus der Lutherstadt und Umgebung, lautten compagney BERLIN & Wittenberger Hofkapelle
So, 27.09.2026 | 18:00 Uhr | Schlosskirche

Auch beim 21. Wittenberger Renaissance Musikfestival darf das Chortreffen nicht fehlen! Nach den überwältigenden Erfolgen dieses Gemeinsinn stiftenden neuen Formats treffen sich auch dieses Jahr wieder Hunderte Sängerinnen und Sänger beim Sängerfest in der Schlosskirche. Eingeladen sind wiederum alle Chöre der Lutherstadt, die mit ihrer Sangesfreude und ihren musikalischen Beiträgen unter der Überschrift »Geh aus, mein Herz« dabei sein wollen. Das Programm rund um das Festivalthema »Renaissance küsst Tango« ist frei wählbar, sollte aber nach Möglichkeit eine Brücke zwischen den Musikstilen der Renaissance und der Gegenwart schlagen. Melodien des Jubilars John Dowland – die Musikwelt würdigt in diesem Jahr seinen 400. Todestag – dürfen gern vorkommen. Und: Am 27. Mai 1676 starb Paul Gerhardt, der bedeutendste Kirchenlieddichter nach Martin Luther. Etliche seiner Texte, vertont beispielsweise von Johann Crüger, Johann Ebeling und Johann Sebastian Bach, finden sich im Evangelischen Gesangbuch. Auch im musikalischen Gedächtnis der Glaubenden gehören Lieder wie »Ich steh an deiner Krippen hier«, »Du meine Seele, singe« und »Die güldne Sonne« fest eingeschrieben. Die sprachliche Schönheit, Schlichtheit und Natürlichkeit seiner Dichtungen haben den Liederdichter Paul Gerhardt und sein Gottvertrauen unsterblich gemacht – und wo ließ sich seiner anlässlich des 350. Todestages besser gedenken als Wittenberg, wo er Theologie studierte und fast 14 Jahre lebte?

Ob Schul- oder Kirchenchor, Frauen- oder Männerensemble: Bei »Wittenberg singt« sind alle willkommen. Bereits zugesagt haben die Wittenberger Kantorei, die die Sängerinnen und Sänger der Stadtkirchengemeinde vereint, die Schola Cantorum Adam Rener, der liturgische Kammerchor der Schlosskirche, ebenso der Gospelchor der Schlosskirche, das Vokalensemble Torgau und der Volkschor Reinsdorf sowie – Luxus pur! – die lautten compagney BERLIN, deren Musikerinnen und Musiker die Chöre auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Wittenberger Hofkapelle begleiten. 

In den Nachmittagsproben werden ein gemeinsames Eröffnungs- und ein Finalstück vorbereitet. Und wenn dann im festlichen Abendkonzert ganz »Wittenberg singt«, die teilnehmenden Chöre ihre stilistische Vielfalt zwischen Renaissance- und Kirchenlied, lateinamerikanischem Temperament, Gospel und Pop präsentieren, ist die Freude am gemeinsamen Musizieren gleich doppelt so groß! Christian Tylsch, der Landrat des Landeskreises Wittenberg, wird als neuer Schirmherr des zweiteiligen Chortreffens das Festivalfinale erstmals begleiten. Durch das Programm führt Festivalintendant Thomas Höhne, der sich auf zahlreiche Sangeslustige freut: 

Interessiert? Anmeldungen sind per bis 31. August 2026 möglich.

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