Danzas
Vom Tabu zum Triumph: Europa im Tanzfieber | Ensemble La Ninfea
Mo, 21.09.2026 - 19:00 Uhr
| Klosterkirche

Zunächst verpönt und verboten und schließlich doch gesellschaftlich akzeptiert und à la mode: In mehreren Wellen – um 1600 mit Sarabande und Ciaccona und um 1900 mit dem Tango – eroberten die ansteckenden Rhythmen von lateinamerikanischen Tänzen ganz Europa und führten zu einer Art Tanz-Fieber. Die einen feierten damit die Befreiung des Körpers, die anderen sahen darin den Untergang des Abendlandes. Doch die Verbote durch die Obrigkeit vermochten die Beliebtheit nicht zu schmälern: In diesem Crossover-Projekt von La Ninfea begegnen und vermischen sich Gattungen und Tänze. Historische Tänze verwandeln sich plötzlich in einen Tango, während ein Tango sich in barockem Kleid zeigt. Ein musikalischer Brückenschlag über Jahrhunderte und gesellschaftliche Konventionen hinweg! Somit inspiriert von einst verbotenen Tänzen, verbindet das Ensemble La Ninfea, was eigentlich nicht zusammengehört: Tango und Chaconne, Sarabande und Walzer. Das Spektrum reicht von Claudio Monteverdi bis Wolfgang Amadeus Mozart, von Georg Friedrich Händel bis Astor Piazzolla. »Gewagt, gekonnt, genial«, urteilte Radio Bremen, und das Onlineportal Klassik heute nannte das Programm »unkonventionell und sehr erfrischend«. Und damit trifft es doch genau den Nerv des 21. Wittenberger Renaissance Musikfestivals und dessen Idee »Renaissance küsst Tango«. So war diese Musik noch nie zu hören!

Ticket 25 Euro/ermäßigt 22 Euro
La Ninfea

Das Ensemble La Ninfea fühlt sich in renommierten Spielstätten wie dem Musikverein Wien oder der Elbphilharmonie Hamburg ebenso zu Hause wie in kleinen Kulturvereinen oder Schulen. Die Mitglieder – Barbara Heindlmeier mit Blockflöte und Zink, Marthe Perl und Christian Heim an der Gambe sowie Cambalistin Mira Lange – sind überzeugt, dass Musik überall hingehört und an allen Orten faszinieren kann. La Ninfeas Arbeit fokussiert auf konzeptgebundene Programme und entwickelt interdisziplinäre Projekte mit Figurenspiel, Text und Tanz. Damit erreichen die Musikerinnen und Musiker gezielt und kreativ verschiedene Kulturinteressierte. Historisch informierte Aufführungspraxis, detaillierte Recherche und kreative Vermittlung sind dabei die treibende Kraft für das Ensemble. »So soll Musik gemacht werden: Als wäre die Tinte noch nicht trocken, spontan und frisch, jedoch mit genauester Recherche davor«, hieß es bei Radio Österreich 1, und Radio Bremen empfahl La Ninfea – italienisch für »Seerose« – als eines der »lebendigsten und kreativsten Alte-Musik-Ensembles Deutschlands.«

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