Musikalischer Stadtspaziergang
Film ab im Traumland | Praetorius Consort Wittenberg, Wittenberger Hofkapelle & Blockflötenensemble der Musikschule Leipzig
Sa, 19.09.2026 - 15:00 Uhr
| Schlosskirche

Wittenberg mit offenen Augen und Ohren zu historischen Klängen neu entdecken: Teilnehmende am musikalischen Stadtspaziergang können sich schon jetzt darauf freuen! Auch beim 21. Wittenberger Renaissance Musikfestival laden das Praetorius Consort Wittenberg, die Wittenberger Hofkapelle und ihre Gäste – diesmal von der Musikschule Leipzig – an die Originalschauplätze der Reformation ein und bieten außergewöhnliche Hörerlebnisse an repräsentativen Orten der Lutherstadt.

Bei einer etwa halbstündigen Eröffnungsmusik in der Schlosskirche erklingen an diesem Samstagnachmittag populäre Kompositionen von damals und heute – Lieder und Tänze der Renaissance, in die musikalische Themen, Melodien und Motive aus den Filmmusiken moderner Kinohits dezent, aber unüberhörbar eingewoben werden. Vor allem Kinder und Jugendliche werden sich nicht nur über die Vorträge Gleichaltriger freuen, sondern auch viele Soundtracks aus ihren Lieblingsfilmen wiedererkennen. Das Leipziger Blockflötenensemble »Die vier Pfeifen« steuert stimmungsvolle Flötensätze von Giovanni Paolo Cima, Giovanni Cavaccio und Paul Leenhouts bei.

Nach der Eröffnung können Interessierte in Gruppen am musikalischen Stadtspaziergang teilnehmen – wie immer begleitet von erfahrenen Stadtführern. Während sie durch Wittenberg wandeln, erfreuen sie sich unter anderem im Alten Rathaus, in der Fronleichnamskapelle neben der Stadtkirche und im Café Klatschmohn an weiteren musikalischen Darbietungen und erleben den eindrucksvollen Klang historischer Instrumente. 

Da die Kapazität begrenzt ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig Karten zu bestellen. Und ein wenig Zeit sollte man mitbringen: Zweieinhalb bis drei Stunden kann der klingende Besuch im »Traumland« schon dauern!

Ticket 25 Euro/ermäßigt 22 Euro
Wittenberger Hofkapelle

Der Lautenist Thomas Höhne und die Gambistin Gesine Friedrich gründeten das Ensemble 2002 mit dem Ziel, die Musiktraditionen des 15. bis 17. Jahrhunderts zu pflegen. Ganz dem Bestreben verpflichtet, das Repertoire der Wittenberger Hofkapelle des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen wiederzubeleben, greifen die Musikerinnen und Musiker auf die handschriftlich fixierten Notationen der einstigen Wittenberger Hofkapelle zurück, die in der Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek aufbewahrt werden. Diese Noten geben einen detaillierten Einblick in die vorreformatorische Musik bis zur Wirkungszeit Martin Luthers. Auch die Wittenberger Drucke und musiktheoretische Abhandlungen von Martin Agricola und Hermann Finck dienen dem Ensemble bei der Annäherung an einen möglichst authentischen Klang. Darüber hinaus führt die Hofkapelle, die sich seit ihrer Gründung als wandelbarer und flexibler Klangkörper behauptet, auch Werke frühbarocker Meister wie Heinrich Schütz und Claudio Monteverdi auf und tritt mit szenischen Projekten in Erscheinung. In seinen Programmen verbindet das Ensemble die Renaissancemusik der mit zeitgenössischen Musikstilen wie Pop, Jazz und Filmmusik und ergänzt  sie mit Musik aus der spanischen Renaissance und mit Flamenco. Irische Musik und Kompositionen aus der Zeit um 1800 ergänzen das Portfolio. Die Wittenberger Hofkapelle musiziert ausschließlich auf historischen Instrumenten und widmet sich seit ihrer Gründung mit großem Engagement der musikalischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Zum 500. Reformationsjubiläum 2017 erschien die CD »Ein feste Burg ist unser Gott« mit geistlichen Liedern der Reformationszeit. 

Seit 2006 richtet die Wittenberger Hofkapelle das jährliche Wittenberger Renaissance Musikfestival aus.

Praetorius Consort Wittenberg

Das Praetorius Consort Wittenberg ist als deutschlandweit einmaliges Projekt und Beispiel erfolgreicher Lehrtätigkeit auf dem Gebiet der Alten Musik überregional anerkannt. 2023 feierte das Ensemble sein 25-jähriges Jubiläum. Gründer und Leiter des Praetorius Consorts Wittenberg und der dazugehörigen Musikschule sind Thomas Höhne und Gesine Friedrich, die fast 20 Jahre lang zugleich die Arbeit der Wittenberger Hofkapelle und das Wittenberger Renaissance Musikfestival verantworteten. 

Alle mitwirkenden Kinder und Jugendlichen aus Wittenberg und Bad Schmiedeberg musizieren auf historischen Instrumenten wie Harfe, Laute, Gambe und Krummhorn und erlernen den Umgang mit der Renaissanceblockflöte, mit Hümmelchen und Spinett. Das Repertoire des Consorts enthält hauptsächlich Musik der Renaissance und des Frühbarocks. Seit seiner Erweiterung mit Wittenberger Musikschülern wird an der Entwicklung des weithin größten auf historischem Instrumentarium spielenden Jugendorchesters nach dem Vorbild der Kapelle am Hofe Friedrich des Weisen gearbeitet. 2007 wurde das Praetorius Consort Wittenberg erster Preisträger beim fünften Landeswettbewerb für Laienorchester in Sachsen-Anhalt. Konzertreisen führten das Ensemble in mehrere deutsche Städte, darunter Hamburg, Berlin und Zerbst, sowie 2006 und 2009 nach Osteuropa.

Das Ensemble hat einen festen Platz im musikalischen Gesamtangebot der Lutherstadt. Seine Konzerte im Rahmen des jährlichen Stadtfests »Luthers Hochzeit« erfreuen sich großer Beliebtheit.

Blockflötenensemble der Musikschule Leipzig

Die vier Pfeifen: Unter diesem Namen musiziert das Blockflötenensemble der Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach« mit Jolanda Ristau, Elin Weber, Eva Leistner und Samuel Flämig – und das so erfolgreich, dass die vier jungen Musizierenden in diesem Jahr einen Preis beim sächsischen Landeswettbewerb »Jugend musiziert« erspielten! Auf dem speziellen Programm für den Stadtspaziergang in Wittenberg steht stimmungsvolle Musik von Giovanni Paolo Cima, Giovanni Cavaccio und Paul Leenhouts.

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