Die von der internationalen Presse gefeierte »Queen des Barock« kommt wieder nach Wittenberg! Gemeinsam mit dem Bassbariton Florian Franke leitet die legendäre Sopranistin Dame Emma Kirkby auch in diesem Jahr einen renommierten Gesangskurs im Rahmen des Wittenberger Renaissance Festivals. Der Kurs zieht seit Jahren Teilnehmende aus ganz Deutschland – professionelle Musikerinnen und Musiker ebenso wie ambitionierte Laien – und darüber hinaus an, die ihre Leidenschaft für Musik und Sprache teilen, musikalische Grenzen ausloten und ihre stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten weiterentwickeln möchten.
Zum ersten Mal wird die Kurswoche in diesem Jahr von einem festlichen Abschlusskonzert gekrönt: Neben den Teilnehmenden des Gesangskurses sind auch die beiden Dozierenden musikalisch zu erleben, begleitet von Hildegard Saretz am Cembalo sowie von Ulf Dressler an Laute und Theorbe. Das Programm steht im Zeichen der facettenreichen Klangwelt am Elisabethanischen Hof – und ist dabei ganz besonders John Dowland gewidmet, dessen 400. Todestag in diesem Jahr begangen wird. Das Publikum darf sich auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise in die Welt der englischen Renaissance und des Frühbarock freuen – mit Werken auch von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und weiteren Komponisten ihrer Zeit.
Ursprünglich wäre Emma Kirkby niemals auf die Idee gekommen, Sängerin zu werden: Sie hatte Philologie in Oxford studiert und war Lehrerin, daneben sang sie in kleinen Chören und Ensembles. Hier entdeckte sie ihre Affinität zum Repertoire der Renaissance und des Barock. 1971 trat sie dem Taverner Choir bei und begann ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Consort of Musicke und der Academy of Ancient Music. Mit renommierten Kammermusikensembles und Orchestern verbindet Emma Kirkby eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit, darunter London Baroque, das Freiburger Barockorchester, L'Orfeo, The Orchestra of the Age of Enlightenment, Fretwork, das Purcell Quartet und die London Handel Players. Die Diskografie Emma Kirkbys umfasst mehr als 100 Einspielungen, die von Sequenzen von Hildegard von Bingen bis zu Madrigalen der englischen und der italienischen Renaissance, von barocken Kantaten und Oratorien bis zu Werken von Mozart und Haydn reichen. Seit 2000 arbeitet sie mit dem schwedischen Label BIS zusammen, bei dem sie etwa Motetten und Kantaten von Händel, Werke von Couperin mit London Baroque und Lautenlieder mit Anthony Rooley und Jakob Lindberg aufgenommen hat. 1999 wurde Emma Kirkby von den Zuhörern von Classic FM zum »Artist of the Year« gewählt, 2000 erhielt sie den »Order of the British Empire«. 2007 wurde sie von Queen Elisabeth II. in den Ritterstand (»Dame Commander of the Order of the British Empire«) erhoben. Im Jahr darauf wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Oxford University verliehen. In einer Kritikerumfrage des BBC Music Magazine 2007 wurde sie auf Platz 10 der 20 besten Soprane gewählt.
Hildegard Saretz studierte Kirchenmusik an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle und anschließend Klavier und Korrepetition an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig. Infolge ihrer intensiven Auseinandersetzung mit Alter Musik absolvierte sie dort ab 1994 auch ein Zusatzstudium bei Nicholas Parle im Fach Cembalo. In Meisterkursen bei Jesper Christensen und Johann Sonnleitner vertiefte sie ihre Fähigkeiten in der Praxis des stilgetreuen Generalbassspiels. Hildegard Saretz arbeitet freischaffend mit Ensembles wie der Chursächsischen Capelle Leipzig, dem Chemnitzer Barockorchester und der Capella de la Torre zusammen. Mit der Cembalistin Michaela Hasselt übt sie eine rege Konzerttätigkeit als Leipziger CembaloDuo aus. Hildegard Saretz lebt seit 2020 in Berlin und leitet in der St.-Annen-Kirche für die Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Dahlem eine Reihe mit »Musikalischen Abendandachten«.
Nachdem er sein Staatsexamen für höheres Lehramt an der Universität Göttingen absolviert hatte, schloss Ulf Dressler sein Lautenstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 1988 mit dem künstlerischen Diplom ab. Meisterkurse bei Jakob Lindberg, Hopkinson Smith und Konrad Junghänel vervollständigten seine Ausbildung. Seit 1980 arbeitet Dressler als freiberuflicher Lautenist und musiziert in mehreren Ensembles für Alte Musik. Engagements erhielt er auch für zahlreiche Opern- und Theaterproduktionen sowie Aufführungen von Passionswerken. Weil sein künstlerischer Schwerpunkt auf der Begleitung von Soloinstrumentalisten sowie Sängerinnen und Sängern liegt, reicht sein Instrumentarium von der arabischen Oud über die spanische Vihuela bis hin zur Erzlaute und zur Theorbe.
Der Bassbariton Florian Franke ist sowohl als Konzertsänger als auch als gefragter Gesangspädagoge international tätig. Bekannt für seinen einfühlsamen und ganzheitlichen Ansatz, arbeitet er mit professionellen Sängerinnen und Sängern, Studierenden und Chören und hat sich einen hervorragenden Ruf als Mentor und Coach erworben. Seine langjährige Zusammenarbeit mit Emma Kirkby prägt seine künstlerische Arbeit maßgeblich; gemeinsam konzertieren sie und leiten regelmäßig Meisterkurse, unter anderem in Wien, bei der Monteverdi Madrigal Week Venice, der Neuburger Sommerakademie für Alte Musik, bei den Schlossfestspielen Wernigerode, bei der Internationalen Herbstakademie für Gesang und Orchesterleitung Wernigerode sowie am britischen Hawkwood College.
Als Konzertsänger reicht Frankes Repertoire von der Renaissance über die großen geistlichen Werke Johann Sebastian Bachs bis hin zu zeitgenössischer Musik. Auch das Kunst- und Lautenlied zählen zu den besonderen Leidenschaften des Sängers. Er tritt regelmäßig mit namhaften Orchestern wie den Symphonikern Hamburg auf und konzertiert in zahlreichen europäischen Ländern. Als Pädagoge lehrt er an der Universität Bielefeld und der Kirchenmusikakademie Schlüchtern. Franke ist Mentor für Gesangspädagogikstudierende an der Hochschule für Musik Detmold und wird regelmäßig zu Meisterkursen und Chorprojekten eingeladen.




