Das Hümmelchen ist ein kleiner leiser Dudelsack, den schon Michael Praetorius im zweiten Band, der »Organographia«, seiner musikwissenschaftlichen Schrift »Syntagma Musicum« beschreibt. Obwohl dieses Instrument offenbar zur Musizierpraxis um 1600 gehört haben muss, wird es bei der Interpretation historischer Musik selten eingesetzt. Das kann daran liegen, dass es keine Originalinstrumente aus dieser Zeit gibt, vor allem aber daran, dass der begrenzte Tonumfang und der stets präsente Bordun, der die Spielenden in bestimmte Tonarten zwingt, das Repertoire scheinbar einschränken und das Ensemblespiel erschweren. Genau genommen ist dieses zarte Instrument aber ein Sinnbild dafür, wie sehr sich Volksmusik und Kammermusik in der Zeit der Renaissancemusik immer wieder gegenseitig beeinflussten.
Dieser Kurs richtet sich sowohl an Neueinsteigerinnen und -einsteiger als auch an Musizierende, die bereits Vorkenntnisse auf dem Hümmelchen haben: Allen, die das Instrument ausprobieren und seine Faszination für sich entdecken wollen, werden die Basiselemente Schritt für Schritt vermittelt. Dazu gehören das Blasen und Koordinieren des Instruments, das Halten und Intonieren der Töne sowie dudelsacktypische Phrasierungen
Teilnehmende, die bereits Erfahrungen und Vorkenntnisse auf dem Hümmelchen oder anderen Dudelsäcken haben, arbeiten an italienischen, englischen, französischen und deutschen Tanzmelodien und Madrigalen, die zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts bis ins frühe 17. Jahrhundert entstanden. Dabei wird neben der Erarbeitung des Repertoires auch auf Themen wie die Wahl des richtigen Tanztempos, Verzierungen und Variationen von Melodien oder das mehrstimmige Spiel mit Borduninstrumenten eingegangen.
Speziell für diesen Kurs können Leihinstrumente aus der bei Bad Düben gelegenen Dudelsack-Werkstatt von Bodo Schulz zur Verfügung gestellt werden.
Kurszeiten
Sonnabend 10 bis 18 Uhr
Sonntag 10 bis 18 Uhr
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Andrea Hotzko ist eine international bekannte Dudelsackspielerin, die es liebt, ihre Freude an der Musik und an diesem besonderen Instrument mit anderen Menschen zu teilen. Sie begann ihren Weg mit einer klassischen Klarinettenausbildung und absolvierte ein Masterstudium in Musikwissenschaft mit dem Schwerpunkt auf französische Barockoper. Sie forscht zur Musiklandschaft in der Zeit von Michael Praetorius. Durch den Kontakt zur traditionellen Musik entdeckte sie den Dudelsack für sich und erkannte die Potenziale freien Musizierens. Dank mehrjähriger Aufenthalte in Frankreich und England und enger Kontakte zu Musikern in ganz Europa kennt Andrea Hotzko die Spieltraditionen und Stile aus erster Hand. Seit fast 20 Jahren unterrichtet sie das Dudelsackspiel und gibt Workshops in Deutschland, England, Österreich und Frankreich. Für ihr Engagement erhielt sie 2016 den Ruth-Ehrenpreis des MDR. 2019 wurde sie als erste deutsche Dudelsackspielerin in die Jury des renommierten Wettbewerbs »Maîtres Sonneures« beim Festival Le Son Continu im französischen Saint-Chartier berufen.

